Oktober 1934: Die Gestapo Köln berichtet für den Regierungsbezirk Köln
Rubrik „Katholische Bewegung“: „Am 21.10.1934 fand im Kölner Dom eine große Jugendkundgebung statt, die zwar unter einer rein religiösen Devise stand, sich aber in ihrem Verlauf zu einer demonstrativen Kundgebung für die Bewegungsfreiheit der katholischen Verbände gestaltete. Insgesamt haben etwa 30 000 Personen (einschließlich Erwachsene) an dieser Kundgebung teilgenommen, die sich zu einem großen Teil auch auf dem Domplatz abspielte.“
Rubrik „Die Bewegung und ihre Organisationen“: „H.J.: Die Hitlerjugend ist im Berichtsmonat, abgesehen von der großen Jugendkundgebung während des Gauparteitages, nach außen hin wenig in Erscheinung getreten. Zu Zusammenstößen zwischen der Hitlerjugend und den konfessionellen Jugendverbänden ist es nicht gekommen. Die Stimmung der Hitlerjugend selbst, insbesondere unter den unteren Führern, ist nicht besonders gut. Häufig führt man über sittliche Verfehlungen der unteren Führer Klage. Eine ganze Reihe Strafverfahren wegen Päderastie sind gegen H.J.-Führer anhängig. In den Kreisen der Eltern wird noch häufig darüber geklagt, dass ihre Kinder bei Jugendveranstaltungen überanstrengt werden. Dies gilt besonders für die Angehörigen des Jungvolks und des BDM.. Der Gauparteitag, dessen Jugendveranstaltung unter starkem Regen litt, gab diesen Klagen neuen Auftrieb. Die Einführung des Staatsjugendtages wird im Allgemeinen begrüßt. Lediglich die Gewerbetreibenden glauben sich dadurch benachteiligt, dass man ihnen für diesen Tag die Lehrlinge entziehen will.“