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Ereignisse
1934
September

Zunehmende Konzentration auf Pfarrebene

Der Herbst 1934 ist für die katholische Jugendbewegung von einem „Aufbruch nach innen“ gekennzeichnet. Zwar versuchen gerade die Elitegruppen des Jungen Katholizismus, den Kontakt mit Gleichgesinnten jenseits der Pfarrgrenzen aufrechtzuerhalten, indem sie überrregionale Treffen auf Bezirks- und Diözesanebene organisieren, um sich auszutauschen, vor allem aber um die religiös-weltanschauliche Schulung zu pflegen. So organisiert die Sturmschar des Industriegaus im September 1934 ein erstes Führertreffen in Buer, die Sturmschar-Jungmannschaft des Bezirks Recklinghausen kommt zu dieser Zeit jede Woche, die des Münsterlandes alle vier bis sechs Wochen zusammen, um sich zu bilden, „vor allem in Liturgie, in Lied, Musik und Kunst“. Vom Bund Neudeutschland treffen sich im Herbst 50 Primaner des „Vestischen Gaus“, um sich mit Fragen von Religion und Weltanschauung zu befassen, und die Werkjugend veranstaltete sogenannte „Christustage“.

Ein solch äußerer Eindruck der Stabilität bedeutet jedoch nicht, dass die katholischen Laienorganisationen von dem wachsenden Druck des NS-Regimes auf das katholische Milieu weitgehend unberührt geblieben sind. Die scharfe Überwachung der öffentlichen Betätigung der organisierten Katholiken lässt überregionale Zusammenkünfte der katholischen Jugendbünde nur noch relativ selten zu. Diese Einschränkungen zeitigen weitreichende Folgen, weil bei diesen Gruppen nunmehr eine erkennbare Verdichtung der Organisationsstrukturen auf der Pfarrebene einsetzen. In Rheine zum Beispiel gründen ND und Sturmschar bereits im November 1933 einen Stadtführerrat, die „Katholische Jugend Rheine“.

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