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Ereignisse
1934
Januar

Einweihung der Gebietsführerschule Herbert Howarde

Am 14. Januar 1934 wird die Gebietsführerschule "Herbert Howarde" des Gebietes Ruhr-Niederrhein durch Gauleiter Terboven eingeweiht. Die Schule liegt in der früheren Jugendherberge "Burg Alpen" im Kreis Moers, die von Terboven von der Mörser Kreisleitung gemietet und der HJ für fünf Jahre kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Mit ihrer Namensgebung erfolgt auf Wunsch Schirachs eine Ehrung des am 29. Juni 1932 in Wuppertal "im Kampf für Deutschlands Erneuerung" gestorbenen Hitlerjungen Herbert Howarde.

Die Schule ist modern ausgestattet. Im Erdgeschoss befinden sich eine große Küche, ein Wachtzimmer und eine Raum des Wachthabenden, zudem große Säle für Unterricht und Vorträge, Esssäle sowie ein Zimmer für Heimabende. Auch die sanitären Einrichtungen sind hier untergebracht.

Im ersten Stock gibt es eine "Ehrenhalle" für die "gefallenen HJ-Kameraden" sowie kleinere und größere Versammlungs- und Tagungsräume sowie eine Bibliothek. Der zweite Stock beherbergt die Schlafsäle und die Zimmer für die Verwaltung, der dritte Stock einen großen Turnsaal nebst den Zimmern für die Führer.(1)

Denkschrift zur Eröffnung der Gebietsführerschule "Herbert Howarde"

Anschlässlich der Einrichtung und Eröffnung der Gebietsführerschule "Herbert Howarde" gibt das Gebiet Ruhr-Niederrhein im Januar 1934 eine Denkschrift heraus, in der Aufgaben und Ziele des Hauses vorgestellt werden.

Über die Ziele schreibt der Führer des Gebietes Ruhr-Niederrhein, Heinz Deinert, in der Einleitung:

"Das Ziel der Zukunft ist für uns, einen neuen deutschen Menschen zu schaffen, der in seiner Haltung, in seinem ganzen Tun und Handeln die Idee Adolf Hitlers verkörpert, und der auch die letzte Beziehung zu der überwundenen Welt des Liberalismus abgebrochen hat. Träger des totalen nationalsozialistischen Staates zu formen, das ist die zukunftswichtige Aufgabe, die der Hitler-Jugend im Verlaufe der deutschen Revolution gestellt ist."

Ziel der Kurse auf der Führerschule solle es sein, dem einzelnen HJ-Führer Anregungen und Hinweise für die Arbeit in seinem Standort zu geben. Zudem solle das dreiwöchige Zusammenleben "Vertrauen zwischen Führer und Gefolgschaft und das Bewusstsein unbedingter Disziplin und Pflichterfüllung alle zu der Einheit formen, die wir in der ganzen Jugend vollenden wollen".

Die Führerschule ist im Gebäude der Burg Alpen im Kreis Mörs untergebracht und wurde vom Gau Essen der NSDAP gemietet und dem Gebiet Ruhr-Niederrhein zur Verfügung gestellt. Zu dem Gebäude gehören auch noch ein Bauerhaus und eine Windmühle. Am Hauptgebäude befindet sich ein Exerzierplatz und eine Hindernisbahn. Zudem gehören ein Sportplatz und ein Schießstand zur Schule.

Das Haus ist für 80 Teilnehmer ausgelegt und verfügt unter anderem über Unterrichtsräume, einen Heimabendraum, einen Essraum, Schlafsäle, Küche, Bibliothek, Feierraum und "Ehrenhalle". Im Bauernhaus befindet sich die Wohnung des Hauswartes, weitere Schlafräume und ein Raum für den "Sandkasten"-Unterricht (in einem "Sandkasten" werden Geländeformationen nachgebildet und damit Wehrsportübungen vorbereitet).

Führer der Gebietsführerschule ist Hans-Christian Witte, Stellvertreter Rudolf Popp. Albert Kilian ist Sport- und Volkssportlehrer, hans Kohnen Ausbilder für die HJ und Willi Wald Ausbilder für das Jungvolk. Zudem gehören zur "ständigen Besatzung" Albert Köppe als Hauswart, Paul Herrmanns als Wachführer, Heinz Romerskirchen als Mitarbeiter in der Verwaltung, Willi Lünnemann als Feldscher, Jacob Schumann für den technischen Dienst, Heizung und Gärtnerei sowie Karl-Heinz Richartz für die Werkstatt. Überdies werden für die Schulung Fachreferenten hinzugezogen.

Die Kurse an der Gebietsführerschule dauern drei Wochen. Für dieses Zeit haben die Teilnehmer das Recht, sich bei den Lehrherren, in der Schule etc. beurlauben zu lassen. Jeder Führer muss die Führerschule besuchen.

Für die Gebietsführerschule gibt es eine strenge Ausrüstungs- und Gepäckordnung sowie eine Haus- und Dienstordnung. Hervorgehoben werden "Zucht und Disziplin, Ehrlichkeit und Kameradschaftsgeist". Dazu gehört, dass Befehlen unbedingt Folge zu leisten ist.

Innerhalb der Schulungsarbeit werden folgende Bereiche behandelt: "HJ-Führerschulung", darunter "Geschichte der Hitler-Jugend" und "Führertum - Führer und Gefolgschaft"; "weltanschaulich-politische Schulung", darunter "Grundlagen und Aufbau des nationalsozialistischen Staates" sowie "Rassenfrage", darunter "Grundzüge der seelischen und körperlichen Merkmale der europäischen Rassen" und "Grundzüge der Bevölkerungspolitik". Zudem wird dem Sport ein großer Raum gegeben. Dazu gehören neben "Leibesübungen" auch der sog. "Volkssport, der sich in "Innendienst" und "Geländedienst" unterteilt. Zum "Innendienst" zählen unter anderem Haus- und Dienstordnung, Stubendienst und Erste Hilfe, zum "Geländedienst" Ordnungsdienst, Ausmärsche sowie Befehls- und Geländeübungen.

Die Tage sind straff gegliedert. Immer wiederkehrende Elemente sind unter anderem Frühsport, Stubenbesichtung und die morgendliche und abendliche Flaggenparade. Dazwischen gibt es Ordnungsdienst, Märsche, Unterricht und Heimabende.(2)

Jugendherberge Burg Alpen

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