Juli 1934: Die Gestapo Dortmund berichtet für den Regierungsbezirk Arnsberg
Der „Kampf des Klerus gegen Staat und Bewegung“ dauere, so berichtete die Dortmunder Gestapo, „unvermindert“ an. „Von besonderer Bedeutung in diesem Kampf, der letzten Endes ja nur um die Jugend geführt wird, ist dabei die Haltung der Lehrerschaft.“ Die habe sich „in rein katholischen Gegenden noch immer nicht vom Einfluss der Geistlichkeit freimachen können“, sondern zeige „eine bemerkenswerte Scheu vor Gegensätzlichkeiten mit dem Ortspfarrer“. „Vielfach ist die Ursache hierfür neben der anerzogenen unbedingten Hochachtung der Geistlichen, vor allem die Furcht vor der Bevölkerung, welche in solchen Fällen zunächst gegen den Lehrer Stellung nimmt.“ Der Gestapo-Beamte forderte „eine durchgreifende Umbesetzung der Lehrerstellen in der Weise, dass in gefährdete Gebiete unbedingt zuverlässige und willensstarke Nationalsozialisten gesetzt werden“, da nur so der „Kampf um die geistige Erfassung des Volkes und besonders der Jugend“ gefördert, wenn nicht sogar entschieden werde. Dieser Kampf verdiene „eine weit größere Beachtung, als sie bisher erfahren“ habe. „An dieser Stelle hat der Staat auch allein die Möglichkeit durchzugreifen, da die versteckte, unterirdische Wühlarbeit der Geistlichkeit ihm nur selten eine Handhabe zum Einschreiten bietet.“