HJ fordert kulturelle Vormachtstellung
Zu Beginn des Jahres 1934 erscheint unter der Überschrift "In das Jahr der inneren Umgestaltung" ein Leitartikel in der HJ-Zeitung "Die Fanfare", der sich scharf gegen opportunistische Tendenzen in der Kultur nach der "Machtergreifung" wendet und gegen diejenigen polemisiert, die, "solange der Nationalsozialismus Kampf bedeutete, [..] ihn aus feiger Angst heraus ablehnten", die jedoch "heute die Gelegenheit wahrnehmen, ihre 'unverbrüchliche Liebe' zum neuen Staat und den 'heißen Wunsch', sich ihm zur Verfügung zu stellen, nunmehr beweisen zu wollen".
Diese Kräften werden als "reaktionär" abgelehnt, ihnen wird vorgeworfen, am liebsten alles, "was auch nur den Schein des Modernen hat, mit Stumpf und Stiel ausrotten" zu wollen. Ihre Auswahl an Literatur, "Volksliedchen" und Theaterstücken sei aus einer "fremden Zeit", doch die HJ wolle "unsere heutige Zeit" gestaltet sehen, und dies könne nur durch Künstler geschehen, "die mit uns denken und fühlen, die von unserer Sehnsucht wissen". Nur so könne das Ziel einer "kulturellen Neugestaltung unseres Lebens" erreicht werden. Man habe nicht "alle Macht, die gegen uns stand, gebrochen", um dies nun in "ewig sich wiederholenden Parademärschen" zu wiederholen, sondern um die "Grundlage zur völkischen Gestaltungskraft und Formgebung zu schaffen".