HJ wirbt um Jungarbeiter
In einem scharfen Angriff auf die Arbeit der "Parteien der letzten vierzehn Jahre" prangert Hugo Wellems aus dem Gebiet Westfalen die Idealisierung des Internationalismus unter den deutschen Arbeitern an. Vor allem die Jungarbeiter habe man mit "internationaler Kost" gefüttert, ohne sich im übrigen um sie zu kümmern. Alle Gedanken an Nation seien damit ausgerottet worden. Mit der Abkehr von der Nation und dem Hineintreiben in internationales Leben sei bei den Führern der entsprechenden Parteien jedoch zugleich das Interesse für die Belange der einzelnen Arbeiter geschwunden. Dabei hätten diese Menschen die Arbeiter nicht nur gegen die Nation erzogen, sondern ihnen sogar das Erlernen einer Arbeit sowie jede körperliche und geistige Entwicklung genommen.
Verbänden und Gewerkschaften wird vorgeworfen, nichts anderes als "Versorgungsinstitute" gewesen zu sein, die gegen die Nation erzogen hätten und den internationalen Arbeiter lobpreist hätten. Den Führern dieser Organisationen sei es jedoch nur um den Erhalt ihrer Posten gegangen. Außerdem hätte es die Arbeiter der meisten anderen Länder gar nicht nach "Brüderlichkeit" gedürstet, sie seien vielmehr betont national eingestellt gewesen. Und wer von ihnen dennoch "Verbrüderung" geschrien hätte, sei meist gar kein echter Arbeiter gewesen.
Die Auflösung der Gewerkschaften und die Vertreibung führender Köpfe der Arbeiterbewegung feiert Wellems als Erfolg der "nationalen Revolution", und er polemisiert über die "traurigen Gestalten der Arbeiterführer", die nun außerhalb der Landesgrenzen die "schmierigsten Boulevardblätter mit ellenlangen Artikeln gegen das neue Deutschland" füllen.
Den "deutschen Jungarbeiter" fordert Wellems auf, nun Mitglied der HJ zu werden. Hier sei er unter wirklichen Kameraden, unter "Kameraden der Arbeit", die den "Begriff der Arbeit auf die Nation angewandt wissen wollen". Der Arbeiter solle wieder lernen, sich als Mensch und schaffender Faktor zu begreifen, der bereit sei, sich "freudig für die Nation einzusetzen". "So wie der staatsbejahende Arbeiter die Gewissheit hat, dass der Staat sein Schutz und Schirm ist, so muss der Staat seinerseits fühlen, dass jeder einzelne Arbeiter eine festgefügte Säule darstellt, die keinen Witterungseinflüssen erliegen kann."