Der NSLB-Funktionär Niemeyer wendet sich im Mitteilungsblatt des NSLB für den Gau Köln-Aachen am 1. März 1934 als neuer Führer des NSLB an die Lehrer und Erzieher.
„Wer da glaubt, dass die Zugehörigkeit zum NSLB. allein, die Tatsache, dass er regelmäßig seine Beiträge zahlt, ausreichend sei, der darf nicht für sich in Anspruch nehmen, Nationalsozialist zu sein. Nationalsozialist zu sein heißt opfern, dienen, kämpfen, unaufhörlich und nicht müde werden. Nationalsozialistischer Erzieher sein, heißt arbeiten an sich selbst, heißt von der Idee der Volksverbundenheit des Nationalismus und des Sozialismus her immer wieder neue Kraft, neuen Glauben, neue Beharrlichkeit aufnehmen und ausstrahlen."
Niemeyer schließt seinen Beitrag mit folgenden Versen:
„Ans Werk, ans Werk,
Es ist Gottes Wille!
Fluch dem, der dem Rufe nicht folgen will!
Ans Werk, ans Werk!"
In einem weiteren Artikel („N.S.-Lehrerbund und Hitlerjugend gemeinsam an die Front") geht es um das Verhältnis von Schule und Lehrern zur HJ und anderen Jugendverbänden. „Gerade im jetzigen Augenblick drängt eine wichtige Frage zur Entscheidung. Es gilt den Schlussstein zu setzen zum Bund der gesamten deutschen Jugend. Seit am 19. Dezember 1933 die Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitler-Jugend stattgefunden hat, muss nunmehr als letzte, die katholische Jugend den Weg in die HJ finden. Hier heißt es vor allem katholische Lehrer in Front! Bei den geistigen Erziehern, bei den Eltern, an allen Systemen, überall hat der deutsche Lehrer aus innerstem Erleben der nationalsozialistischen Idee heraus den unentwegten Standpunkt kämpferisch zu vertreten: Es kann nur eine deutsche Jugend geben, die deutsche Staatsjugend. (...)
Der Kirche bleibt neben dem Elternhaus die religiöse Betreuung und Erziehung vorbehalten. Dass diese reinliche Scheidung möglich ist, zeigt der Vertrag, den der Reichsbischof für die evangelische Jugend mit der HJ abgeschlossen hat." Einen solchen Vertrag erachtet der Autor auch für die katholische Jugend als sinnvoll, da er „auch der katholischen Jugendpflege ihre religiösen Belange sichern" würde.
„Aber darüber hinaus: Einheit und noch einmal Einheit, nichts als Einheit, erst recht für die Deutsche Jugend, unsere Zukunft!! Aus der Einheit erwächst der HJ die verstärkte Verpflichtung, Kirche und Elternhaus genügend Zeit für die religiöse Erziehungsaufgabe einzuräumen, selber Religion und Sitte ehrfürchtig hochzuhalten.
Der Führer will gläubige deutsche Menschen.
Den hartnäckigen Verteidigern der konfessionellen Jugendbünde ist gerade der katholische Lehrer als früherer Zentrumsmann in seiner neuerrungenen Erkenntnis berechtigt und verpflichtet, ein ernstes Wort entgegenzuhalten: Die Ereignisse der letzten Jahre - so wie wir sie heute im Lichte des Nationalsozialismus sehen - haben bewiesen, dass die Zentrumspartei besonders in ihrer letzten Entwicklung und ihrer engen Verbindung mit dem Marxismus der stärkste Hemmschuh nationaler Erneuerung gewesen ist."
Den Lehrern, so heißt es abschließend, komme eine zentrale Rolle dabei zu, der HJ „wertvolles Jugendmaterial" zuzuführen.