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Ereignisse
1934
Mai

Eintritt in BDM und HJ eine Selbstverständlichkeit? Die Initiative eines Ortsgruppenleiters

Der Ortsgruppenleiter der Gemeinde Unkel richtet am 11. Juni 1934 ein im Ort als Handzettel verteiltes Schreiben an alle Eltern seines Amtsbezirks, deren Kinder noch nicht Mitglied der Staatsjugend sind:

„Aufforderung zum Eintritt in HJ und BDM
An alle deutsch denkenden und fühlenden Eltern geht hiermit eine letzte Mahnung in Anerkennung der Leistungen der jetzigen Regierung als treue Anhänger Adolf Hitlers und als Bekenntnis zu seiner Idee ihre Kinder in die vom Führer geschaffene Jugendorganisationen zu schicken. Nur wenige sind es noch, die aus irgendwelchen Gründen bisher dieser selbstverständlichen Pflicht nicht nachgekommen sind. Besonders in der weiblichen Jugend fehlen noch verschiedene Mädels in unseren Reihen. Warum?
Diese Frage gilt es zu lösen. Bedenken die Eltern, dass sie ihren Kindern die ganze Zukunft erschweren, ja sogar vollkommen gefährden? Oder sollte es hier vielleicht Eltern geben, deren Kinder zu fein sind, um in unseren Jugendverbänden wahre Volksgemeinschaft kennen zu lernen? Mögen es sich alle, die es angeht, gesagt sein lassen, dass es nicht möglich ist, wahre Anhänger Adolf Hitlers zu sein und die Kinder von ihm fern zu halten. Kann es im heutigen Staat noch Beamte und Pensionäre geben, die vom Staate ihr Geld beziehen und ihm gleichzeitig sein Recht auf die Kinder vorenthalten? Kann es noch Bauern oder Handwerker oder Kaufleute geben, die nur durch den Kampf unseres Führers heute die Möglichkeit haben, zu verdienen, und die heute keine Dankbarkeit kennen? Jetzt heißt es: Farbe bekannt, und ich hoffe, dass bis zum 20. des Monats, dem Tage an dem diese Zettel wieder abgeholt werden, kein Unkeler Kind noch nicht zur Kinderschar, zum Jugendhort, Jungvolk, Hitlerjugend und Bund Deutscher Mädchen angemeldet ist (Anmeldung auf der Rückseite). Die bis zum 20. des Monats nicht ausgefüllten Anmeldungen oder die Fälle, in denen keine stichhaltigen Gründe für die Weigerung angegeben werden können, kennzeichnen die Einstellung der betreffenden Eltern und werden als Einstellung gegen unseren Führer entsprechend behandelt werden."

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