Der Briefwechsel der Familie Oldemeyer
Die 1868 geborene Selma Oldemeyer entstammte einer jüdischen Familie und war mit dem ein Jahr jüngeren Christen Wilhelm Oldemeyer verheiratet gewesen, der im Ersten Weltkrieg ums Leben gekommen war. Danach siedelte sie zu ihrer 1892 geborenen unverheirateten Tochter Ilse um, die als Lehrerin in Köln lebte.
Im Januar 1939 mussten sie ihre Wohnung verlassen, 1940 verlor Ilse Oldemeyer ihre Anstellung. Seitdem lebten die beiden Frauen zurückgezogen und versuchten ihren jüdischen Status weitestgehend zu verbergen. Das wurde immer schwerer, als ihre Wohnung durch Bombenangriffe unbewohnbar wurde und sie ab 1943 schließlich allein in der Ruine eines großen Kölner Mietshauses wohnten.
Aus dieser Zeit stammen die hier einsehbaren Briefe, die weiterhin mit großer Selbstverständlichkeit verschickt und deren Antworten „postlagernd“ bei der Post abgeholt wurden. In ihnen wird das gesamte Elend von Krieg und Verfolgung greifbar, und es ist erstaunlich, dass die beiden Frauen Krieg und NS-Regime schließlich überstanden.
Die Familiengeschichte der Oldemeyers finden Sie hier.