Der Briefwechsel der Familie Wollenberg
Der alleinstehend in Köln lebende jüdische Apotheker Siegfried Wollenberg sah sich weitgehend hilflos den menschenverachtenden Verfolgungsmaßnahmen ausgesetzt. 1880 im westpreußischen Thorn geboren worden, lebte und arbeitete er in Köln, bis er Ende 1938 die ihm gehörende Apotheke aufgeben musste. Im August 1941 musste Siegfried Wollenberg schließlich auch seine Wohnung räumen und wurde gezwungen, in ein Zimmer im Erdgeschoss des Hauses Bismarckstraße 12 zu ziehen. Nur einige Monate später wurde er im Januar 1942 in „Baracke VIII-- Raum 1“ im Sammellager in Köln-Müngersdorf interniert. Zugleich musste der 62-Jährige in einem holzverarbeitenden Betrieb unter unzumutbaren Bedingungen Zwangsarbeit leisten.
Aus dieser Zeit haben sich die Briefe erhalten, die Siegfried Wollenweber an seine nach Norditalien emigrierte Schwester Felicitas richtete. In Ihnen gab er schockierende Einblicke in seine Lebensumstände und ließ keine Zweifel darüber aufkommen, was ihn schließlich erwartete: Die Deportation nach Maly Trostenez im Juli 1942.
Eine ausführliche Familiengeschichte der Wollenbergs finden Sie hier.