Der Briefwechsel der Familie Hausmann
Es gab in den Jahren nach 1933 eine Gruppe jüdisch-stämmiger Menschen, die – obwohl auch massiv diskriminiert und von Sanktionen betroffen – bis etwa 1943/44 von den extremsten Formen der Verfolgung zunächst weitgehend verschont blieben: die jüdischen Partner in sogenannten „Mischehen“ und deren seitens der NS-Rassenideologen als „Mischlinge 1. Grades“ bezeichneten Kinder. Zu dieser Gruppe zählte auch die Kölner Familie Hausmann.
Siegbert Hausmann wurde am 8. November 1886 im bayrischen Colmberg geboren, von wo es ihn ins Rheinland verschlug, wo er für eine jüdische Firma mit Sitz in den Niederlanden tätig war. Hier lernte er die am 22. Juni 1897 geborene, aus streng katholischem Elternhaus stammende Anna Maria Vollberg kennen. Sie heirateten gegen alle familiären Widerstände und beschlossen – wie viele andere Paare in vergleichbarer Lage -, künftige Söhne im jüdischen, Töchter hingegen im katholischen Glauben zu erziehen, was schließlich mit dem 1926 geborenen Sohn Walter und der 1928 geborenen Tochter Hannelore geschah.
Als die Ehe schließlich geschieden wurde, ging Walter mit einem Kindertransport nach Großbritannien, und Siegbert musste bis zu seiner Deportation zwangsarbeit leisten, während Hannelore bei ihrer Mutter blieb und schließlich untertauchte.
Eine ausführliche Lebensgeschichte der Familie finden Sie hier, eine Lebensgeschichte von Hannelore Hausmann an dieser Stelle.