Der Briefwechsel Familie Bendix
Nachdem sich Albert Bendix mit seiner Familie im März 1939 zur Emigration in die Niederlande entschlossen hatte, wurden seine Verdienste im „Jüdischen Nachrichtenblatt“ gewürdigt. Der Emigrant, so hieß es dort am 24. März, habe zuvor „mehr als jeder andere seit vielen Jahren seine ganze Kraft, seine ganze Freizeit ausschließlich und mit Erfolg der Jüdischen Gemeinde Köln zur Verfügung“ gestellt. „Während einer langen Reihe von Jahren war er der wirkliche Vater der Gemeinde, der stets die große Linie im Auge hatte und dennoch jedes Einzelschicksal mit Liebe und Interesse verfolgte.“ Über Jahrzehnte habe der nunmehr Ausgewanderte „mitten im jüdischen Leben“ gestanden. „Unzählige Male ist sein kluger Rat, sein starker Wille und seine Entschlußfähigkeit allen Gemeindemitgliedern zugutegekommen.“ Nun blieb den zurückbleibenden Mitgliedern des Gemeindevorstands und den jüdischen Organisationen Kölns nichts weiter, als sich „in Dankbarkeit und Verehrung“ von Albert Bendix zu verabschieden.[1] Auch Max Schönenberg beklagte den schweren Verlust für die Synagogengemeinde. „Albert Bendix ist ausgewandert“, teilte er Mitte April 1939 seinem zwei Monate zuvor ausgewanderten Schwager Julius Kaufmann nach Shanghai mit und skizzierte die daraus erwachsende Problematik. „Nun sucht man einen neuen Vorsteher, er soll Kölner und Rechtsanwalt oder Kaufmann sein“, wobei er die Auswahl an geeigneten Kandidaten als „sehr gering“ einschätzte.
Eine ausführliche Familiengeschichte finden Sie hier.