[1] Vgl. Kilian, Medium, S. 14ff.
[2] Max Schönenberg an Schwager Julius Kaufmann, 22.10.1939.
[3] Max Schönenberg an Nichte Gerda, 18.11.1940.
[4] Humburg, Gesicht, S. 117. Vgl. hierzu auch Jander, Selbst- und Fremdbilder, S. 33ff. Das traf allerdings nicht auf alle überlieferten Korrespondenzen gleichermaßen zu. So ergab eine inhaltliche Analyse von rund 50.000 Feldpostbriefen, dass die meisten Soldaten ihre Meinungen und Ansichten offenbar unbeeindruckt jeglicher Zensurauflagen erstaunlich offen zu Papier brachten. Das hing sicherlich auch mit der Erwägung zusammen, dass angesichts eines derart großen Postaufkommens nur ein kleiner Teil tatsächlich von den Zensurbehörden kontrolliert werden konnte. (Vgl. Buchbender/Sterz, Gesicht, S. 24 und Kilian, Medium, S. 102. Vgl. mit einem interessanten Einzelbeispiel auch Jander, Selbst- und Fremdbilder, S. 34f.). Für die jüdische Bevölkerung war die Notwendigkeit, sich an die Bestimmungen der „äußeren“ Zensur zu halten und diese durch deren „innere“ Variante noch auszuweiten, sicherlich nochmals deutlich größer als für die „Mehrheitsgesellschaft“. Aber auch hier gab es natürlich vorsichtigere und mutigere Schreiberinnen und Schreiber.
[5] Das weitaus sicherere und effektivere Verfahren, das Soldaten immer wieder anwandten, indem sie auf Urlaub fahrenden Kameraden Briefe und Mitteilungen zur direkten Übergabe an die Adressaten mitgaben. war jüdischen Korrespondenzpartnern naturgemäß verschlossen. Vgl. dazu Jander, Selbst- und Fremdbilder, S. 35f.
[6] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Gefangenenpost_ (122.7.2021).
[7] Vgl. Kilian, Medium, S. 123ff. und 140ff.
[8] Vgl. Eugen Kogon, Der SS-Staat. Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager, München 1995, S. 149 und Walter Poller: Arztschreiber in Buchenwald. Bericht des Häftlings 996 aus Block 36, Hamburg 1946, S. 221f.
[9] https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article204608010/Briefe-aus-dem-Getto-Wir-hatten-hier-eine-sehr-gastliche-Aufnahme.html. Die (transkribierten und kommentierten) Postkarten des Ehepaars Treidel finden sich einschließlich Faksimiles unter https://stadtarchivkoblenz.files.wordpress.com/2019/10/treidel-postkarten.pdf (22.7.2021). Dabei gilt es zu bedenken, dass sich die Postzustellung in und aus Gettos in aller Regel langsam und vor allem unzuverlässig gestaltete. Postkarten konnten oft monatelang unterwegs sein, was die Gettoinsassen häufig als Zeichen abnehmender Zuneigung interpretierten, während die Außenstehenden das Ausbleiben regelmäßiger Lebenszeichen zumeist als lebensbedrohliche Gefahr interpretierten. (Vgl. Hájková, Mutmaßungen, S. 188).