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Hechaluz

Hechaluz

Die Durchführung der Vorbereitung junger Jüdinnen und Juden auf ihre Auswanderung - die Hachschara - war die wesentliche Aufgabe der 1921 anlässlich des 12. Zionistenkongresses in Karlsbad gegründeten zionistischen Organisation ,,Hechaluz“ (wörtlich: ,,Der Pionier“), die ihren Sitz in Warschau hatte.

In den am 2. März 1925 verabschiedeten Statuten des Ende 1922 ins Leben gerufenen deutschen Landesverbandes des Hechaluz hieß es u.a., dass die Organisation die Zusammenfassung aller in der Hachschara in Deutschland stehenden „Chaluzim und Chaluzoth“ anstrebe. Als „Zweck des deutschen Landesverbandes“ wurde definiert:

„a. die berufliche und geistige Vorbereitung (Hachscharah mikzoith wehachscharah tarbutith) seiner Mitglieder für Palästina,
b. die Organisierung der Alijah (Übersiedlung nach Palästina) seiner Mitglieder,
c. die Vertretung der Interessen seiner Mitglieder nach außen.“

Jede junge Jüdin und jeder junge Jude vom 17. bis zum 33. Lebensjahr konnte Mitglied im Hechaluz werden, dessen deutsche Sektion 1928 aber lediglich 500 Mitglieder zählte. Nach der NS-Machtübernahme stieg seine Mitgliederzahl dann jedoch sprunghaft an. Anfang 1936 zählte man rund 15.000 Mitglieder in 158 Ortsgruppen an; mehr als 4.000 von ihnen befanden sich zu diesem Zeitpunkt in der Berufsausbildung.

Nach 1½ Jahren landwirtschaftlicher oder 2 Jahren handwerklicher Ausbildung konnte der Alijah-Antrag zur Einwanderung nach Palästina gestellt werden. Bevor die Leitung des Landesverbands die Mitglieder des Hechaluz dem Palästina-Amt für ein derartiges Zertifikat vorschlug, mussten sie eine Prüfung - mit Schwerpunkten auf hebräischer Sprache und Palästinakunde - ablegen.

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