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Kinder im Getto

Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 15 Jahren stellten einen erheblichen Anteil der Getto-Bevölkerung. Rund 15.000 von ihnen durchliefen Theresienstadt, und nur wenige überlebten, denn sie mussten ihr Dasein unter ebenso katastrophalen Bedingungen fristen wie die Erwachsenen. Untergebracht waren diese Heranwachsenden in verschleiernd als „Jugendheim“ bezeichneten Gebäuden, in denen sie von der „Jugendfürsorge“ des Gettos betreut wurden.

Es sind nicht nur Kinder jeden Alters nach Theresienstadt verschleppt worden, sondern im Getto selbst sind - obwohl von deutscher Seite höchst ungern gesehen - natürlich auch Kinder geboren worden. Mindestens 200 Säuglinge kamen dort seit Februar 1942 zu Welt, wo sie umgehend registriert und mit einer „Transportnummer“ versehen wurden. Nachdem Entbindungen seitens der Lagerkommandantur zunächst erlaubt gewesen waren, wurden sie schließlich verboten und ganz besonders hart gegen jene Frauen vorgegangen, die erst in Theresienstadt schwanger geworden waren. Sie wurden zur Abtreibung gezwungen, deren Zahl sich schließlich auf mindestens 350 belaufen haben dürfte. Aber nicht nur das. Am 21. August 1943 versandte der SS-Lagerkommandant ein Rundschreiben an alle in Theresienstadt praktizierenden Gynäkologen, in dem unmissverständlich erklärt wurde, dass die Geburt eines Kindes im Getto nicht nur dessen eigenem Todesurteil gleichkam, sondern auch die unmittelbare Ermordung seiner Eltern nach sich ziehen würde. Aber auch jene Säuglinge, die Geburt und erste Lebensphase überstanden, starben zumeist sehr früh, da sie sich entweder den Lebensumstände im Getto oder den Torturen der Deportation nicht gewachsen zeigten.

Während sich die Erwachsenen kulturell betätigen und in beschränktem Umfang weiterbilden konnten, war es in Theresienstadt ausdrücklich verboten, jungen Menschen im Rahmen eines geordneten Schulunterrichts Bildung zu vermitteln. Nach dem Willen der NS-Machthaber sollten die Heranwachsenden vielmehr sich selbst überlassen bleiben und sich eigenständig in irgendeiner Form beschäftigen. Das musste unausweichlich deren schnelle Verwahrlosung zur Folge haben, wobei es aber immer wieder auch Erwachsene gab, die sich diesem Verbot widersetzten und im Rahmen ihrer Möglichkeit versuchten, den Theresienstädter Kindern Bildung und Fertigkeiten zu vermitteln und sie zu fördern, soweit das unter den Bedingungen des Gettoalltags möglich war.

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