Auflösung und Ende
Während im August 1944 die großen Deportationen aus dem Getto Litzmannstadt nach Warschau vonstattengingen, waren in Kulmhof keinerlei Aktivitäten zur Auflösung des Lagers festzustellen. Hier begann sich die SS offenbar ohne jede Hast erst ab September damit, die neu erzeugten Spuren ein zweites Mal zu verwischen. In den folgenden Wochen wurden die Einrichtungen des Lagers sukzessive geräumt, im Dezember dann die Krematorien im „Waldlager“ zerstört. Anschließend wurden die meisten der in einem „Arbeitskommando“ zusammengefassten jüdischen Gefangenen ermordet, während die letzten knapp 50 von ihnen im Speicher neben den Resten des gesprengten Schlosses Unterkunft fanden.
Hier kam es in der Nacht vom 17. zum 18. Januar 1945 zum einzigen für Kulmhof nachgewiesen Widerstandsakt. Als die Rote Armee bereits an den Außenbezirken von Litzmannstadt stand, wurde es auch im Vernichtungslager hektisch. Die Angehörigen des Sonderkommandos wurden geweckt, um das Lager sofort aufzulösen und nach Posen zu fahren. Vorher sollten die noch im Speicher untergebrachten Juden des „Arbeitskommandos“ ermordet werden, die allerdings wehrten, einen Deutschen töteten und sich anschließend im Speicher verbarrikadierten. Lagerleiter Bothmann ließ das Gebäude daraufhin kurzerhand in Brand setzen, woraufhin die darin Befindlichen entweder beim notwendig gewordenen Fluchtversuch erschossen wurden oder in den Flammen umkamen.
Anschließend verließ das Sonderkommando Kulmhof endgültig in Richtung Westen.