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Das Vernichtungslager Kulmhof

Der kleine, kaum 300 Einwohner zählende Ort Chełmno in der Nähe von Koło liegt rund 70 km westlich von Łódź Seit dem deutschen Überfall auf Polen 1939 und der anschließenden Annexion der westpolnischen Gebiete als „Reichsgau Wartheland“ erhielten sämtliche Orte neue Namen: Aus Chełmno wurde „Kulmhof“, aus Koło „Warthbrücken“ und Łódź wurde in „Litzmannstadt“ umbenannt.

In unmittelbarer Nähe von Kulmhof entstand im November 1941 das erste NS-Vernichtungslager, in dem bis 1945 die jüdische Bevölkerung des Getto Litzmannstadt und aus dem gesamten „Warthegau“ sowie etwa 5.000 Sinti und Roma ermordet wurden.[1] Außerdem wurden in Kulmhof auch mehrere hundert Polen, sowjetische Kriegsgefangene und 88 tschechische Kinder aus Opfer des NS-Regimes. Insgesamt wurden an diesem Vernichtungsort zwischen dem 8. Dezember 1941 und dem 14. Juli 1944 mehr als 150.000 Menschen mithilfe von Gaswagen getötet.

Bis heute zählt dieser Ort des ungezügelten Massenmords zu den eher unbekannten Tatorten des Holocaust, da Kulmhof lange im Schatten der übrigen großen deutschen Vernichtungszentren auf polnischen Boden stand. Dabei sollte gerade Kulmhof ein Ort sein, der in besonderem Maße zu Erinnerung und Reflexion anregen sollte, denn ihm kam als dem ersten NS-Vernichtungslager überhaupt im Entscheidungsprozess zum Holocaust eine entscheidende Rolle zu.

Fußnoten

[1] Die Darstellung folgt vorrangig Klein, Kulmhof und Loose, Vernichtungslager. Vgl. auch Löw, Juden, S. 263ff., https://www.memorialmuseums.org/denkmaeler/view/122/Museum-des-ehemaligen-Vernichtungslagers-in-Kulmhof-am-Ner und https://erinnerungsorte.org/miejsca/chelmno-kulmhof-museum-auf-dem-gelaende-des-ehemaligen-vernichtungslagers/ (29.9.2021).

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