Arbeit
Seinem Motto „Unser einziger Weg ist Arbeit“ folgend, begann Chaim Rumkowski im Frühjahr 1940 die gettointerne Arbeit zu planen und zu organisieren. Am 1. Mai 1940 wurde die erste Schneidereiabteilung gegründet, der bald zahlreiche weitere Neugründungen folgten. Anfang Oktober des Jahres existierten bereits Fabriken in 18 Branchen, die für den deutschen Bedarf produzierten: Schneiderei, Steppdecken, Haus-Filz-Schuhe, Lumpen-Pantoffeln, Kürschnerei, Tapeziererei, Trikotagen, Wäsche, Strickerei-Fabrik, Hüte, Gummimantel-Abteilung, Handschuhe und Strümpfe, Tischlerei, Gerberei, Gummi-Fabrik, Textil-Fabrik. In diesen „Unternehmen“ wurde an sechs Tagen die Woche zehn Stunden, häufig auch länger gearbeitet. Im September 1941 waren zudem 9.000 Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter tätig.
Die Mehrheit der kurz darauf in Litzmannstadt eintreffenden „Westjuden“ war physisch allerdings gar nicht in der Lage, solch schwere Arbeit zu verrichten. Lediglich 16 Prozent von ihnen waren vor ihrer Deportation als Arbeiter und Dienstboten tätig gewesen, weitere sieben Prozent Handwerker, während die weitaus meisten als Kaufleute, Akademiker oder Rentner den an sie gestellten physischen Ansprüchen gar nicht oder nur partiell genügen konnten. So waren im Februar 1942 lediglich 3.132 der im Getto lebenden „Westjuden“ dort beschäftigt, weitere 262 wurden beim Bau der Reichsautobahn eingesetzt.
Die Mehrheit der kurz darauf in Litzmannstadt eintreffenden „Westjuden“ war physisch allerdings gar nicht in der Lage, solch schwere Arbeit zu verrichten. Lediglich 16 Prozent von ihnen waren vor ihrer Deportation als Arbeiter und Dienstboten tätig gewesen, weitere sieben Prozent Handwerker, während die weitaus meisten als Kaufleute, Akademiker oder Rentner den an sie gestellten physischen Ansprüchen gar nicht oder nur partiell genügen konnten. So waren im Februar 1942 lediglich 3.132 der im Getto lebenden „Westjuden“ dort beschäftigt, weitere 262 wurden beim Bau der Reichsautobahn eingesetzt.
Immer wieder wurden seitdem die Arbeitsbedingungen verschärft, um die von deutscher Seite geforderte Produktivität zu erreichen. So wurden im Januar 1943 die Arbeitszeiten verlängert, so dass die Menschen mindestens 60 Stunden pro Woche tätig sein mussten, wobei die Belastungen in der Praxis zumeist noch deutlich länger ausfielen, da die Reinigung der Fabriken und die Instandsetzung der Maschinen zusätzlich an den Sonntagen durchgeführt wurden. Es gab außerdem Fabriken, in denen in zwei Schichten zu jeweils zwölf Stunden gearbeitet wurde, weil im Getto auf Dauer nicht genügend Fachkräfte bereitstanden. Da die Beschäftigten in den einzelnen Fachbereichen durch Hunger und Krankheit stark geschwächt waren, konnte die geforderte Leistung immer häufiger nicht erbracht werden.
Dennoch wurde die Produktion - nicht zuletzt durch den von Rumkowski unvermindert ausgeübten Druck - weitgehend aufrechterhalten. So bezog die Wehrmacht noch im März 1944 täglich gut 5.000 komplette Uniformen aus dem Getto, das laut Feststellung der Rüstungskommission in Posen so zum „größten Rüstungsbetrieb“ im Warthegau geworden war.