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Räumung und Ende

Noch während täglich Gruppen jüdischer Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus dem Getto zu ihren „Arbeitseinsätzen“ eskortiert wurden, begann die von estnischer SS unterstützte Sicherheitspolizei am 2. November 1943 das Getto endgültig zu räumen, indem sie jede und jeden dort herausholte, die oder der sich an diesem Tage nicht zur Arbeit eingesetzt war. Alle Gehfähigen mussten sich sammeln, die Häuser wurden anschließend durchsucht und das Lazarett geräumt. Vom Bahnhof Skirotava aus deportierte man die so Zusammengetriebenen in einem oder zwei Sonderzügen nach Auschwitz-Birkenau. Hiervon waren etwa 2.000 bis 2.500 Menschen aus dem Rigaer Getto betroffen, von denen nach der „Selektion“ in Auschwitz lediglich 120 Männer und 30 Frauen übrig blieben. Letztlich haben jedoch lediglich drei von ihnen überlebt.

Als die Rote Armee sich 1944 Lettland näherte, begannen die deutschen Besatzer auch in der Region Riga mit der „Sonderkommandos 1005“. Um die Beweise für ihre unvorstellbaren Verbrechen zu beseitigen, wurden die noch lebenden jüdischen Häftlinge gezwungen, die Leichen der Opfer an den jeweiligen Tötungsstätten zu exhumieren und einzuäschern. Im Juni 1944 mussten 40 bis 50 von ihnen im Wald von Rumbula diese fürchterliche Arbeit verrichten, bevor sie nach deren Abschluss auch selbst ermordet wurden. Zwischen Juli und Oktober 1944 ließ die SS auf diese Weise auch die Massengräber in und um Salaspils und Bikernieki öffnen und die dort verscharrten Leichen beseitigen. Und stets endeten diese Aktionen mit dem Mord an den sie durchführenden Juden.

Zwischen August und Oktober 1944 wurde schließlich die Mehrzahl der auf lettischem Boden noch lebenden Jüdinnen und Juden per Schiff über Danzig in das KZ Stutthof verlegt. Es handelte sich um rund 14.400 Menschen, die vorwiegend aus Riga und Libau dorthin verschifft wurden. Das KZ Stutthof, das zu diesem Zeitpunkt mit geschätzt mehr als 47.000 Häftlingen vollkommen überbelegt war, wurde für diese bis dahin Überlebenden schließlich zum schlimmsten aller Lager, die sie in den fast drei Jahren seit ihrer Deportation durchleben und durchleiden mussten.

Am 13. Oktober 1944 wurde Riga durch die Rote Armee befreit. Kurz darauf konnten 152 überlebende Jüdinnen und Juden, darunter auch einige Kinder, endlich ihre Verstecke verlassen.

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