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Der Vernichtungsort Maly Trostenez

Nach Beginn der Deportationen aus dem Reichsgebiet im Herbst 1941 wurde beschlossen, dass auch das Getto in Minsk in Weißrussland zu einem der Zielorte werden sollte.[1] Nachdem dort im November 1941 insgesamt sieben Transporte angekommen waren, weigerte sich der örtliche Generalkommissar Wilhelm Kube, weitere Deportierte aufzunehmen. Im März 1942 erreichte er nach Gesprächen mit Adolf Eichmann und Heinrich Himmler, dass für Minsk gedachte Transporte künftig nicht mehr ins dortige Getto geleitet, sondern an Eduard Strauch überstellt wurden, der dort als „Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD“ fungierte und seinerseits kurz darauf von Reinhard Heydrich beauftragt wurde, die Neuankömmlingen unmittelbar nach ihrer Ankunft zu ermorden.

Daraufhin übernahm Strauch eine frühere Kolchose im elf Kilometer von Minsk entfernt liegenden Dorf Trostenz, das zu einem „Landgut“ mit Arbeitslager umgestaltet werden sollte. In dem einen Kilometer entfernten Wald von Blagowschtschina wurde zeitgleich eine Exekutionsstätte eingerichtet.

Zwischen 1942 und 1944 sind 17 Züge aus dem „Großdeutschen Reich“ nach Maly Trostenez konkret nachweisbar. Insgesamt wurden an diesem Ort der Vernichtung 40.000 bis 60.000 Menschen ermordet - in ihrer großen Mehrheit Jüdinnen und Juden sowie sowjetische Kriegsgefangene und angebliche Partisanen.

Fußnoten

[1] Die folgende Darstellung basiert auf Rentrop-Koch, Maly Trostinez, Gottwaldt/Schulle, Judendeportationen, http://www.deathcamps.org/occupation/maly%20trostinec_de.html (20.9.2021).

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