Auflösung und Ende
Ende März 1944 ordnete die „Inspektion der Konzentrationslager“ die Auflösung des KZ Majdanek an, das zu diesem Zeitpunkt rund 9.000 Häftlinge unterschiedlicher Nationalitäten und etwas mehr als 2.000 verletzte sowjetische Kriegsgefangene in einem speziell hierfür eingerichteten Lazarett zählte. Bereits Anfang April verließen die ersten Transporte das. Innerhalb von knapp drei Wochen wurden dann nahezu 9.000 Männer, Frauen und Kinder im Rahmen von „Todesmärschen“ in westlich von Lublin gelegene KZs verlegt. Während diejenigen, die als „arbeitsfähig“ eingestuft worden waren, im Reichsgebiet eingesetzt werden sollten, endete der Weg der Schwachen und Kranken direkt in Auschwitz.
Zur Verwischung möglichst aller Spuren wurden die wichtigsten Dokumente vernichtet und dann das auch das Krematorium in Brand gesetzt. Die Gaskammern, der Großteil der Gefangenenbaracken und andere Lagerteile konnten aus Zeitmangel hingegen nicht mehr zerstört werden.
Nachdem die SS noch in der Nacht zuvor einige Hundert Häftlinge aus dem Lubliner Gestapo-Gefängnis und polnische Zivilisten erschossen hatte, erfolgte am Nachmittag des 22. Juli 1944 die endgültige Liquidation des Lagers. Unter SS-Bewachung verließ eine Marschkolonne von etwa 800 Häftlingen Majdanek, der sich weitere 200 Insassen des Arbeitslagers an der Lipowa-Straße anschließen mussten. Nach einem Marsch von mehreren Tagen mussten dann auch sie im 110 Kilometer von Lublin entfernt liegenden Cmielow in einen Zug nach Auschwitz besteigen.
Als am 23. Juli 1944 Teile der Roten Armee das Lagergelände erreichten, fanden sie im dortigen Lazarett nur noch etwa 1.500 Kriegsgefangenen aus den eigenen Reihen vor.
Majdanek war damit das erste NS-Konzentrations- und Vernichtungslager das von den Alliierten befreit wurde.