Opfer
Wie in den meisten anderen Vernichtungslagern setzten die SS-Verantwortlichen auch in Majdanek alles daran, die Spuren ihres Wütens möglichst gründlich zu verwischen. Daher ist die komplette Lagerdokumentation verloren gegangen, weshalb keine genaue Zahl der Opfer zu ermitteln ist. Die Schätzungen fallen entsprechend unterschiedlich aus.
Nach Angaben des Staatlichen Museums in Lublin durchliefen ungefähr 300.000 Menschen das Lager - mehr als 40 Prozent von ihnen zumeist polnisch-stämmige Angehörige der jüdischen Gemeinden und Gettos in Lublin, Białystok, Radom und Warschau. Zu den hierher Deportierten zählten aber auch slowakische, tschechische, österreichische, deutsche und holländische Jüdinnen und Juden, die somit mehr als die Hälfte aller zwischen 1941 und 1944 in Majdanek Internierten stellten. Neuere Zahlen gehen - allerdings nach wie vor ohne konkreten Belege - von etwas niedrigeren Werten zwischen 100.000 und 120.000 ins Lager deportierten jüdischen Häftlingen aus.
Nach aktuellen Schätzungen wurden in Majdanek insgesamt etwa 78.000 Menschen ermordet - 59.000 Jüdinnen und Juden sowie 19.000 nichtjüdische Häftlinge, vor allem Polen und Weißrussen.
Über die Hälfte der Opfer starb infolge sehr schlechter Lebensbedingungen: Nahrungsmangel, Arbeit, die die Kräfte der Gefangenen überstieg, Epidemien und brutale Behandlung. Die anderen wurden erschossen oder starben in den Gaskammern des Lagers.