Das Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek
Das in einem Vorort von Lublin gelegene Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek war das erste und bis Mitte 1943 einzige Konzentrationslager, dass die SS im „Generalgouvernement“ errichtete.[1] Ausschlaggebend dafür waren neben politischen und wirtschaftlichen Gründen insbesondere die deutschen Pläne zur „Germanisierung“ des osteuropäischen Raums, in deren Rahmen Majdanek seitens der SS eine erhebliche Rolle beigemessen wurde.
Ursprünglich war das Lager für bis zu 150.000 Häftlinge - insbesondere sowjetische Kriegsgefangene - ausgelegt, ohne diese Kapazität jemals zu erreichen. Vergleichbar mit Auschwitz-Birkenau wurde das KZ Majdanek dann zeitweise auch als Vernichtungslager genutzt.
Es existierte seit Oktober 1941 zunächst als „Kriegsgefangenenlager der Waffen-SS Lublin“. Zunächst waren die Lagerinsassen ausschließlich Männer, bis im Oktober 1942 auch ein Frauenlager eingerichtet wurde. Ab März 1943 kamen auch Kinder nach Majdanek.
Am 23. Juli 1944 wurde Majdanek als erstes der großen Vernichtungslager in Polen von der Roten Armee befreit. Danach erfuhr die Weltöffentlichkeit durch große Bildberichte in der Presse erstmals konkret und unübersehbar von den Verbrechen des NS-Regimes an den Juden.
Fußnoten
[1] Die folgende Darstellung basiert vorwiegend auf Kranz. Majdanek, Vgl. auch http://www.deathcamps.org/lublin/majdanek_d.html, https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/voelkermord/vernichtungslager-majdanek.html und https://erinnerungsorte.org/miejsca/majdanek-staatliches-museum-in-lublin/ (19.9.2021).