Besetzung und Besatzer
Am 18. September 1939 wurde Lublin von der deutschen Wehrmacht besetzt. Vier Wochen später erging am 14. Oktober an die jüdische Bevölkerung die Aufforderung, 300.000 Złoty als Kontribution an die Besatzer zu zahlen.
Im alltäglichen Leben nahmen Diskriminierungen und Misshandlungen immer weiter zu. Deutsche Soldaten zwangen Jüdinnen und Juden auf entwürdigende Weise zur Reinigung der Straßen und raubten jüdische Geschäfte und Wohnhäuser aus. Als die jüdische Bevölkerung in der Stadt am 25. Oktober registriert wurde, zählte die jüdische Gemeinde noch 37.054 Personen. Viele jüngere oder politisch aktive Jüdinnen und Juden hatten die Stadt zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen und versuchten, über die Demarkationslinie in den sowjetisch besetzten Teil Polens zu flüchten.
Nach der auf einem Erlass Hitlers vom 12. Oktober fußenden Einrichtung des Generalgouvernements wurde am 1. November 1939 unter Gouverneur Zörner in Lublin die deutsche Zivilverwaltung eingerichtet und SS-Brigadeführer Odilo Globocnik am 9. November 1939 zum SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin ernannt.