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Das Getto Lublin

Lublin ist eine der ältesten Städte Polens und liegt im Osten des Landes.[1] Bis zur polnischen Unabhängigkeit 1918 russisch, fungierte es während der deutschen Besetzung seit Oktober 1939 als Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts und war Teil des „Generalgouvernements“. Zu diesem Zeitpunkt zählte Lublin rund 122.000 Einwohner, von denen rund ein Drittel jüdischer Abstammung war, womit die jüdische Gemeinde eine der größten im Vorkriegspolen darstellte.

Die Stadt galt seit jeher als eines der wichtigsten Zentren jüdischer Kultur in Polen und beherbergte seit 1930 mit der „Jeschiwa Chachmei“ eine Hochschule für orthodoxes Judentums, die zugleich die damals weltweit größte Talmudschule war. Vor 1939 verfügte die jüdische Gemeinde über zwölf Synagogen, etwa 100 private Gebetshäuser, drei Friedhöfe, ein jüdisches Krankenhaus, ein Waisenhaus für Kinder, ein Heim für ältere Menschen, eigene Schulen und mit dem „Lubliner Tugblat“ und der „Lubliner Stimme“ über zwei eigene Zeitungen, die beide in jiddischer Sprache erschienen.

Im März 1941 wurde im Stadtgebiet schließlich ein jüdisches Getto eingerichtet, das bis April 1942 bestand und in dem zeitweise rund 26.000 Menschen auf engstem Raum leben mussten.

Nachdem der Lubliner SS- und Polizeiführer Odilo Globocnik von Heinrich Himmler mit der Durchführung der „Aktion Reinhard“ beauftragt worden war, wurde die Stadt zu einer Art Zentrale für die Ermordung der jüdischen Bevölkerung im Generalgouvernement.

Fußnoten

[1] Zur folgenden Darstellung vgl. https://erinnerungsorte.org/miejsca/lublin-museum-des-martyriums-unter-der-uhr-ehemaliges-gestapogefaengnis/, https://www.memorialmuseums.org/staettens/druck/418, http://www.deathcamps.org/occupation/lublin%20Getto.html und https://de.wikipedia.org/wiki/Getto_Lublin (17.9.2021).

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