Nach dem Umbau
Nach Beendigung der Umbauarbeiten im Oktober 1942 verfügte das Lager über einen trapezförmigen Grundriss und erstreckte sich bei etwa 600 Metern Länge und 400 Metern Breite über eine Fläche von rund 19 Hektar.
Es war nun mittels Stacheldraht in verschiedene Bereiche unterteilt: Im „Unteren Lager“ - auch „Lager 1“ genannt - befanden sich die Unterkünfte und Werkstätten, die Autarkie und Betrieb des gesamten Lagerbereichs gewährleisteten sollten. Hier verlief auch die „Lagerstraße“ mit Kommandantur einschließlich Büro- und Schreibräumen sowie Unterkünften für den Lagerleiter und einige Aufseher.
Auf dem Weg von der „Lagerstraße“ zum Vernichtungsbereich befanden sich auf einem mit doppelreihigem Stacheldraht umzäunten und als „Ghetto“ bezeichneten Gelände die allerdings erst im November 1942 eingerichteten Unterkünften der Häftlinge. In zwei länglichen, als „Baracke A“ und „B“ bezeichneten Gebäuden befanden sich seitdem die Unterkünfte der „Arbeitsjuden“, eine Küche sowie Schneider-, Schuster- und Tischler-Werkstätten.
Das „Auffanglager“ galt als Teil des „Unteren Lagers“ und stellte jenen Bereich dar, in dem die ankommenden Deportierten ihr Gepäck abgeben und sich entkleiden mussten. Von der Bahnrampe mussten sich die Ankömmlinge über den „Bahnhofsvorplatz“ hierhin bewegen. Das Auffanglager bestand insbesondere aus dem „Sortierplatz“ mit zwei großen Sortierbaracken. In einer Ecke dieses Platzes befand sich im Übrigen jene - verschleiernd „Lazarett“ genannte - Grube, an der in der ersten Phase der Existenz Treblinkas alte, verletzte und kranke Deportierte und Arbeitshäftlinge erschossen worden waren.
Ein zweites Tor führte vom „Bahnhofsvorplatz“ zum „Umschlagplatz“, auf dem sich die Männer im Freien ausziehen mussten, während für Frauen und Kinder hierfür eine Baracke bereitstand. Aus dieser Baracke bzw. vom „Umschlagplatz“ führte der Weg direkt in den - auch als „Himmelfahrtsstraße“ bezeichneten - von Stacheldraht gesäumten „Schlauch“, der vor dem neuen Gaskammergebäude im „Oberen Lager“ endete.
Dieser, auch „Lager 2“ genannte Teil war der eigentliche, mit Stacheldraht vom Rest des Lagers abgetrennte Vernichtungsbereich. Er umfasste außer den alten und neuen Gaskammern die Massengräber, eine Wachstube sowie die Unterkünfte, Werkzeugschuppen und Werkstätten der nun ausschließlich in diesem Bereich eingesetzten Arbeitshäftlinge.
Das neue, massiv gebaute Gaskammergebäude, das zur Verhöhnung der Opfer äußerlich einer Synagoge nachempfunden war, umfasste vermutlich zehn Kammern, deren Mordkapazität von Überlebenden mit 800 bis 1.200 Personen pro Kammer beziffert wurde, während die Täter in Nachkriegsverfahren lediglich 200 bis 300 angaben. In einem Anbau stand der Dieselmotor eines russischen Panzer, dessen Abgase über ein Rohrleitungssystem in die Gaskammern eingeleitet wurden.