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Einrichtung

Der Bau des Konzentrationslagers, ungefähr 35 km nördlich von Berlin gelegen, begann im Sommer 1936, als am 12. Juli die ersten 50 Häftlinge aus dem KZ Esterwegen dorthin verlegt wurden, um bei der Errichtung des Lagers eingesetzt zu werden. Bis September folgten ihnen rund 850 weitere. Das gewählte Waldgelände grenzte sowohl an die Stadt Oranienburg als auch an die kleine Nachbargemeinde Sachsenhausen, Vermutlich wurde die Bezeichnung „Sachsenhausen“ gewählt, um das neue Lager so vom ehemaligen KZ Oranienburg unterscheiden zu können. Als es Ende September provisorisch fertiggestellt war, wurden die ersten politischen Häftlinge interniert.

Die SS-Führung war seit längerem bestrebt, in der Nähe der Reichshauptstadt ein großes, zentrales KZ einzurichten. Nun, nachdem Reichsführer SS Heinrich Himmler im Juli des Jahres auch zum Chef der Deutschen Polizei ernannt worden war, konnte der entscheidende Schritt in diese Richtung getan werden. Die überlieferten Bauentwürfe vom Sommer 1936 lassen erkennen, dass ein Musterlager entstehen sollte, das als idealtypisches KZ dem ideologischen Weltbild der SS architektonischen Ausdruck verleihen und die dort Internierten zugleich symbolisch dem absoluten Machtanspruch der SS unterwerfen sollte.

Aus diesen und weiteren Gründen sowie wegen seiner unmittelbaren Nähe zur Reichshauptstadt kam dem KZ Sachsenhausen künftig eine besondere Stellung zu, die ab 1938 noch dadurch unterstrichen wurde, dass die „Inspektion der Konzentrationslager“ (IKL) als zentrale Verwaltungsinstanz für alle NS-Konzentrationslager von Berlin nach Oranienburg verlegt wurde. Als Vorzeige- und Ausbildungslager der SS wurden dort nun auch zukünftige Wachmannschaften und Lagerkommandanten ausgebildet. Außerdem hing die Errichtung des Lagers auch mit den Kriegsvorbereitungen zusammen, denn die Gestapo begann Anfang 1936 eine sogenannte „A-Kartei“ mit Namen aller potenziellen politischen Gegner zu erstellen, die bei Kriegsbeginn festgenommen werden sollten und interniert werden mussten. Gerade für das politische Zentrum Berlin gab es hierfür erheblichen Raumbedarf.

Aufgrund des verfügbaren Geländes wurde das Lager in der Form eines fast gleichschenkligen Dreiecks angelegt. Im Häftlingslager wurden nahezu sämtliche Baracken in konzentrischen Halbkreisen um den Appellplatz herum angeordnet, so dass der gesamte Lagerbereich von einem einzigen Punkt aus - dem Turm A über dem Eingangstor - überwacht und von Maschinengewehren erreicht werden konnte.

Im Dezember 1936 waren im Häftlingslager die 18 Baracken des inneren Halbrings fertig gestellt. Bis Ende 1937 wurden insgesamt 53 dieser bogenförmig angeordneten Gebäude errichtet, von denen im April 1938 dann 42 mit Häftlingen belegt waren. Seit 1938 wurde das Lagerdreieck von einer Mauer umgeben, an der entlang innen ein elektrisch geladener Stacheldraht verlief.

Als im Juni 1938 dann schlagartig mehr 6.000 Menschen eingeliefert wurden, entschied sich die SS-Bauleitung anstelle der eigentlich vorgesehenen Werkstätten dicht gedrängt 18 weitere Baracken aufstellen zu lassen („Kleines Lager“). Nach dem Pogrom wurden dort zudem vorübergehend auch die nahezu 6.000 Juden zusammengepfercht, die man nach dem 9. November in festgenommen hatte. Ein neuer Standort für die Werkstätten fand sich westlich des Häftlingslagers im „Industriehof“, mit dessen Errichtung 1938 begonnen wurde.

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