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Häftlingsgruppen

In den Jahren 1937 bis 1938 wurde im KZ Dachau die gestreifte Häftlingskleidung eingeführt. Waren die einzelnen Kategorien der Häftlinge bis dahin durch farbige Punkte und Streifen an ihrer Kleidung unterschieden worden, wurden sie künftig durch farbige, an die linke Brust und das rechte Hosenbein angenähte Dreiecke gekennzeichnet.

Die politischen Häftlinge trugen ein rotes Dreieck, die Kriminellen („Berufsverbrecher“) ein grünes, alle unter die Kategorie „Asoziale“ Gefassten ein schwarzes, die Zeugen Jehovas ein violettes und die Homosexuellen ein rosafarbenes. Die Lagerkleidung von Juden war zusätzlich noch durch ein zweites, quer aufgenähtes gelbes Dreieck markiert, sodass ein zweifarbiger Davidstern entstand. Die auf weißes Leinen geschriebene Häftlingsnummer war über dem Winkel angebracht. Die „Zweitmaligen“, d.h. erneut Internierten wurden durch einen zusätzlichen Streifen zwischen der Häftlingsnummer und dem Dreieck hervorgehoben.

Die homosexuellen Häftlinge bildeten im Lagerbereich eine isolierte Gruppe, von der sich auch die Mithäftlinge fernhielten. Es gibt einzelne Hinweise, nach denen Homosexuelle in Dachau auch kastriert wurden. Nach einer - unvollständigen - Übersicht durchliefen mindestens 583 Homosexuelle das Lager, von denen 100 dort ermordet wurden. Tatsächlich wird deren Zahl weitaus höher gelegen haben.

Im Rahmen der reichsweiten Verfolgung „Gemeinschaftsfremder“ ordnete Himmler am 23. Februar 1937 eine „Vorbeugungshaft“ für rund 2.000 Kriminelle und Sittlichkeitsverbrecher an. Im Rahmen dieser Aktion wurden auch etwa 300 von ihnen nach Dachau eingewiesen. Im Juni 1938 erhöhte sich die Zahl der Dachauer Häftlinge im Rahmen der später so genannten Aktion „Arbeitsscheu Reich“ ganz erheblich von 3.410 auf 6.166.

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