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Einrichtung

Nachdem NSDAP-Gauleiter Adolf Wagner am 9. März 1933 auch das bayerische Innenministerium übernommen hatte, regte er bereits vier Tage später bei Justizminister Frank an, auch außerhalb der staatlichen Gefängnisse Einrichtungen zur Vollstreckung von „Schutzhaft“ bereitzustellen. Kurz darauf gab Heinrich Himmler am 20. März auf einer Pressekonferenz bekannt, dass am zwei Tage später in der Nähe von Dachau das erste Konzentrationslager für kommunistische, sozialdemokratische und gegebenenfalls auch Reichsbanner- oder andere unliebsame politische Funktionäre eröffnet werde.

Anders als etwa das noch früher eingerichtete Oranienburg, das lediglich als Provisorien betrachtet und auch bald wieder stillgelegt wurde, war Dachau von Beginn an als Dauereinrichtung geplant. Entsprechend ausführlich berichtete die Lokalpresse über das neue Lager.

Das ursprünglich für maximal 5.000 Insassen geplante Lager wurde etwa drei Kilometer von der in der Nähe Münchens gelegenen Kleinstadt Dachau entfernt auf einer bewaldeten Schotterebene auf dem Gelände einer 1916 erbauten Munitionsfabrik mit insgesamt 61 Gebäuden errichtetet. Obwohl in desolatem baulichen Zustand, erschien das Objekt wegen seiner hohen Umgebungsmauer und seiner sofortigen Verfügbarkeit geeignet. Nachdem das Münchener Schutzpolizeikommando eine Hundertschaft zur Bewachung des Lagers bereitgestellt hatte, wurden am 22. März 1933 die ersten 96 Häftlinge eingeliefert. Die ersten Internierten waren deutsche Kommunisten, später kamen zunehmend Sozialdemokraten, bürgerliche Politiker und Monarchisten hinzu.

Nachdem Himmler am 1. April 1933 zum Befehlshaber der politischen Polizei in Bayern aufgestiegen war, unterstellte er bereits am nächsten Tag das KZ Dachau in seiner Zuständigkeit als Reichsführer SS. Eine gute Woche später übernahm daraufhin am 10. April eine SS-Einheit das Lager, die bereits zwei Tage später vier jüdische Häftlinge unter dem Vorwand eines angeblichen Fluchtversuchs ermordete.

Zu den ersten Maßnahmen der neuen Lagerleitung zählte die Errichtung eines aus fünf fensterlosen Zellen bestehenden Lagergefängnisses, des so genannten „Bunkers“, in dem zahlreiche Häftlinge ermordet oder durch brutale Misshandlungen zum Selbstmord getrieben wurden. Von den ersten dort festgehaltenen Häftlingen überlebte nur einer, bis im Spätsommer 1933 mit dem Bau eines neuen „Bunkers“ mit nunmehr 21 Zellen begonnen wurde.

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