Das Konzentrationslager Dachau
Im Konzentrationslager Dachau wurden bereits am 22. März 1933 die ersten NS-Regner interniert.[1] Damit war es das erste der bei Kriegsende noch bestehenden KZs und wurde auch zu einem der bekanntesten. Es blieb bis zur Befreiung am 29. April 1945 zwölf Jahre durchgehend in Betrieb und damit doppelt so lange wie viele der anderen Konzentrationslager.
In dieser Zeit waren in Dachau und seinen Außenlagern mehr als 200.000 Gefangene aus über 40 Nationen inhaftiert, darunter auch knapp 6.000 Frauen, die in den Außenlagern überwiegend in Rüstungsbetrieben arbeiteten. Mindestens 41.500 der Häftlinge starben dort an Hunger, Krankheiten, Folter, Mord und sonstigen Folgen der KZ-Haft.
Zu den im Lager internierten Gruppen zählten zeitweise auch zahlreiche jüdische Männer, die im Zuge des Pogroms im November 1938 verhaftet und zeitweise in Dachau, Buchenwald und Sachenhausen interniert wurden. Zwischen diesen drei genannten Lagern gab es 1938 erhebliche Unterschiede hinsichtlich der allgemeinen Lebensverhältnisse, der Unterbringung und der Hygiene, die von der jeweiligen Ausbaustufe abhingen. Eine Gemeinsamkeit gab es jedoch: Auch wenn alle drei KZs als Massenlager konzipiert worden waren, war keines von ihnen auf eine derartig schlagartige Aufnahme von Tausenden Gefangenen vorbereitet, wie dies im November 1938 dann geschah.[2]
Fußnoten
[1] Die folgende Darstellung - sofern nicht anders angemerkt - nach Zámecnik, Dachau. Vgl. auch https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/ und https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Dachau (10.9.2021). Es handelt sich lediglich um eine knappe Skizze der Lagergeschichte, die sich stark auf jene kurze Phase ab November 1938 konzentriert, in der in einem Sonderbereich des Lagers eine große Zahl jüdischer Männer interniert war.
[2] Vgl. Stein, Sonderlager, S. 22.