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Wissen über Auschwitz

Auch wenn der Standort Auschwitz nicht zuletzt aufgrund seiner Abgeschiedenheit und dünnen Besiedlung ausgewählt worden war, gelang es dem NS-Regime und der SS nicht, jede Information über die an diesem Ort verübten Verbrechen aus der Öffentlichkeit zu verbannen.

Als aber das Oberkommando des Verbandes des bewaffneten polnischen Widerstandes am 17. November 1941 erstmals eine Notiz über die dort praktizierten Ermordungen durch den Einsatz von „Zyklon B“ veröffentlichte, stieß er auf allgemeines Misstrauen. Der Bericht erschien - zumindest zu diesem Zeitpunkt - einfach derartig monströs, dass Außenstehende - selbst solche aus anderen NS-Haftstätten - ihn für kaum glaubhaft hielten.

Der erste Häftling, dem die Flucht aus dem Lager gelingen sollte, war im November 1943 der Pole Jerzy Tabeau. Anschließend erstattete er einen ausführlichen Bericht über die dortige Situation, der im Frühjahr 1944 über die Slowakei in die Schweiz gelangte, wo er von der internationalen Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.

Die bekanntesten und wirkungsvollsten Mitteilungen über die Verhältnisse in Auschwitz stammten von den beiden slowakischen Juden Rudolf Vrba und Alfred Wetzler, denen am 7. April 1944 von dort die Flucht gelungen war. Ihre daraufhin niedergelegte Beschreibung der Lage gelangte in den Vatikan und ebenfalls in die Schweiz.

Ein dritter Bericht wurde von Czeslaw Mordowicz und Arnost Rosin nach ihrer Flucht im Mai 1944 verfasst und erneut zur weiteren Verbreitung in die neutrale Schweiz geschickt.

Die in den Berichten enthaltenen Informationen über Auschwitz wurden unter anderem auch in den deutschsprachigen Sendungen der BBC verbreitet. Dass die Westalliierten all dieses Wissen praktisch gar nicht für Planungen und Handlungen nutzten, ist ein eigenes Kapitel der Geschichte des Holocaust, zumal die britischen Streitkräfte bereits seit Ende Mai 1944 über eigenes Bildmaterial verfügten, das die Berichte der geflohenen Häftlinge stützte und bestätigte.

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