Häftlinge
Es gibt nur wenige gesicherte Informationen über Zahl und Herkunft der nach Auschwitz Deportierten. Das ist darauf zurückzuführen, dass es der SS gelang, vor der Befreiung des Lagers den größten Teil der Dokumente der Lagerverwaltung zu vernichten. Außerdem wurde der größte Teil der in Auschwitz-Birkenau Ankommenden ohne Registrierung direkt ermordet.
Nach heutigem Kenntnisstand wurden mindestens 1,3 Millionen Menschen mindestens 30 verschiedener Nationalitäten nach Auschwitz deportiert. Registriert wurden von ihnen allerdings lediglich über 400.000. Sie setzten sich aus etwa 205.000 Jüdinnen und Juden, bis zu 140.000 Polinnen und Polen, etwa 21.000 Sinti und Roma, rund 12.000 sowjetischen Kriegsgefangenen und weiteren 25.000 Häftlingen anderer Nationalitäten zusammen.
Frauen
Im März 1942 wurde im Stammlager mit der Einrichtung eines eigenen Frauenbereichs begonnen. Als am 19. März 1942 der erste Häftlingstransport mit 144 Frauen vor Beendigung der hierzu notwendigen Baumaßnahmen eintraf, wurden diese umgehend erschossen. Der erste Frauentransport traf am 26. März 1942 in Auschwitz ein. Er setzte sich aus rund 1000 „Grüne Winkel“-Tragenden aus dem KZ Ravensbrück zusammen, die in Auschwitz als „Funktionshäftlinge“ zum Aufbau des Frauenlagers eingesetzt wurden. Bis Ende April 1942 stieg die Zahl der weiblichen Häftlinge bereits auf mehr als 6.000. In der Gesamtstatistik der etwa 400.000 - registrierten! - Häftlinge betrug deren Gesamtanteil schließlich über 130.000.
Kinder
Zu den erschreckendsten Verbrechen in Auschwitz zählen jene gegen die geschätzt 230.000 Kinder und Jugendliche unter den insgesamt etwa 1,3 Millionen Häftlingen.
Bekannt ist, dass zwischen März 1942 und August 1944 etwas weniger als 10.000 französische Kinder und Jugendliche nach Auschwitz deportiert wurden, aus Belgien kamen fast 5.000, aus den Niederlanden nahezu 4.000 Heranwachsende. In den aus dem Getto Theresienstadt eintreffenden Transporten waren etwa 12 Prozent der Ankommenden unter 17 Jahre alt. Die mit etwa 90.000 Kindern und Jugendlichen größte Gruppe kam im Rahmen der im Mai 1944 einsetzenden Massendeportationen aus Ungarn ins Lager. Viele von ihnen versuchten dabei, sich ihr Alter nach oben zu manipulieren, um so als „arbeitsfähig“ selektiert zu werden, da sie nur dann eine Überlebenschance hatten und der direkten Vernichtung entgehen konnten. Die im Lager geborenen Kinder, deren Mütter schwanger in Auschwitz eingetroffen waren, wurden zumeist unmittelbar nach der Geburt mit ihren Müttern ermordet.