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Organisation

Erster Kommandant des Lagerkomplexes in Auschwitz war SS-Obersturmbannführer Rudolf Höß, dem im November 1943 SS-Obersturmbannführer Arthur Liebehenschel folgte, bis schließlich von Mai 1944 bis Januar 1945 SS-Sturmbannführer Richard Baer diese Funktion ausfüllte.

Als im März 1941 die Lagererweiterung beschlossen worden war, erklärte die SS das Lager selbst und seine unmittelbare Umgebung zum „Interessengebiet KL Auschwitz“ genannten Sperrbezirk, den sie mit Wirkung vom 31. Mai aus der lokalen Verwaltungs- und Gemeindestruktur ausgliederte. Langfristig war beabsichtigt, das gesamte Gebiet zu einem „Gutsbezirk der Waffen-SS“ umzuwandeln und in das Eigentum der SS zu überführen. Am 31. Mai 1943 verfügte dann jedoch der Oberpräsident der Provinz Oberschlesien, dass der Gesamtlagerkomplex ab dem 1. Juni einen eigenständigen „Amtsbezirks Auschwitz“ bilden würde. Zugleich kam dem jeweiligen Lagerkommandanten künftig auch die Funktion eines „Amtskommissars“ zu, der mit sämtlichen Befugnissen der Zivilverwaltung ausgestattet war. Diese Verwaltungsstruktur wurde bis zum 27. Januar 1945 beibehalten.

Für das eigentliche „Funktionieren“ des Lagers zeichnete die „Schutzhaftlagerführung“ verantwortlich. In ihre Zuständigkeit fiel u.a. die Überwachung von Disziplin und Ordnung sowie die Kontrolle aller Maßnahmen zur Unterbringung und Verpflegung der Häftlinge, die Sammlung von Strafmeldungen und die anschließende Umsetzung von Strafmaßnahmen - einschließlich von Exekutionen.

Wie in allen anderen Konzentrationslagern auch, setzte die SS zur Durchsetzung ihrer Befehle und der Lagerordnung gegenüber den Häftlingen auch „Funktionshäftlinge“ ein. Wie schon in der Frühphase des Lagerbaus, als die SS 30 mit einem „grünen Winkel“ gekennzeichneten Kriminellen aus dem KZ Sachsenhausen dessen Aufbau vorbereit hatten, setzte sie auch in den folgenden Jahren bewusst auf eine Spaltung der Häftlingsgesellschaft. Dabei wurden insbesondere deutsche Häftlinge eingesetzt, die wegen ihrer kriminellen Vergangenheit als „Berufsverbrecher“ interniert worden waren und nun als „Kapos“ - d.h. als eine Art Vorarbeiter von Häftlingskommandos, als Blockälteste oder in anderen Funktionen - ihre Mithäftlinge kontrollierten Aus welchen der Häftlingsgruppen eines KZs die SS die Kapos auswählte, war vorrangig eine taktische Entscheidung, bei der es vorrangig darauf ankam, eine möglichst reibungslose Befehlsweitergabe und deren skrupellose Durchsetzung zu gewährleisten.

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