Monowitz (Auschwitz III)
Parallel zum Ausbau des Lagers Auschwitz-Birkenau vollzog sich jener des in der Nähe des polnischen Dorfes Monowice (deutsch: Monowitz) geplanten Konzentrationslagers (zunächst: Lager Buna). Hier entstand die neue Buna-Fabrik der am 7. April 1941 ins Leben gerufenen „I.G. Auschwitz“ der IG-Farben, für deren Aufbau Auschwitz-Lagerkommandant Höß Ende Mai 1942 bis zu 4.500 Häftlinge zur Verfügung stellen musste, was mit dem Arbeitskräftebedarf beim zeitgleichen Ausbau von Birkenau kollidierte. Als sich erwies, dass der Transfer der Häftlinge vom Stammlager zur sechs Kilometer entfernten Baustelle unwirtschaftlich, zeitaufwändig und fehlerbehaftet war, begann der IG-Farben-Konzern im Laufe des Jahres 1942 damit, in der Nähe der Baustelle ein eigenes Konzentrationslager zu errichten, das am 28. Oktober 1942 zunächst als „KZ Auschwitz-Monowitz der IG Farben“ in Betrieb genommen werden konnte. Im November 1943 wurde das KZ offiziell in „Auschwitz III“ umbenannt.
Die ersten 2.100 Häftlinge kamen im Oktober und November 1942 aus den KZs Buchenwald, Sachsenhausen und Dachau sowie aus den Niederlanden nach Monowitz. Obwohl sie im Januar 1943 durch mehr als 5.000 Männer und Frauen ergänzt wurden, konnten die von den IG Farben gewünschten Zahlen an Arbeitskräften nicht erfüllt werden. Stattdessen ging die Häftlingszahl im „Lager Buna“ von 3.800 im Dezember 1942 aufgrund von Krankheiten bis Februar 1943 auf rund 1.500 zurück, woraufhin die SS auf Druck der Betriebsdirektion eine Erhöhung auf 4.000 bis 4.500 Häftlinge zusagte.
Es blieb ein permanentes Problem der SS, aus den in Auschwitz eintreffenden Deportierten zehntausende für die Zwangsarbeit in den Buna-Werken geeignete Männer auszuwählen. Dabei wuchs der von der IG Farben angemeldete Bedarf kontinuierlich: von 3.800 im Jahr 1942 über 7.000 im Folgejahr auf schließlich 11.600 im Jahr 1944. Dass die Sterberate im Lager Monowitz mit 1.625 Menschen eher „niedrig“ ausfiel, hatte seinen Grund darin, dass jene mindestens 8.000 Häftlinge, die kurz vor dem körperlichen Zusammenbruch standen, rechtzeitig „ausgetauscht“ und nach Birkenau verlegt wurden, wo man sie umgehend ermordete.
Als sich die Rote Armee Auschwitz näherte, trieb die SS die noch im KZ Buna/Monowitz verbliebenen Häftlingen am 18. Januar auf einen Todesmarsch. Etwa 850 zu schwer Erkrankte ließ man zurück, von denen noch viele starben. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee auch dieses Lager.