Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz
Das, was gemeinhin als Konzentrationslager Auschwitz benannt wird, war tatsächlich ein deutscher Lagerkomplex, der aus drei schrittweise ausgebauten Konzentrationslagern bestand und der eine Doppelfunktion als Konzentrations- und Vernichtungslager übernahm. Es handelte sich um das Stammlager (Auschwitz I), das Vernichtungslager Birkenau (Auschwitz II) und das Konzentrationslager Monowitz mit etwa 50 weiteren Außenlagern. Die SS betrieb diesen Lagerkomplex von 1940 bis 1945 am Westrand der polnischen Stadt Oświęcim (deutsch: Auschwitz).
Auch wenn Auschwitz vor allem aus europäischer Perspektive mit deutlich mehr als einer Million Ermordeter ein zentraler Ort des Holocaust wurde[1], war es - im Gegensatz zu anderen Stätten im besetzten Osteuropa - nicht von Beginn an als ausgesprochenes Vernichtungslager geplant worden, sondern zunächst eine Konsequenz des deutschen Überfalls auf Polen am 1. September 1939.
Im Folgenden sollen Aufbau und Entwicklung von Auschwitz von diesem Beginn bis zur Befreiung der schließlich drei Lager durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 nachgezeichnet werden.[2]
Fußnoten
[1] Die größten Deportationstransporte kamen aus Frankreich (69.000 Juden), den Niederlanden (60.000 Juden), Belgien (25.000 Juden), Deutschland/Österreich (23.000 Juden), Italien (7.500 Juden), der Slowakei (27.000 Juden), Tschechien (damals als Protektorat Böhmen und Mähren bezeichnet) / Ghetto Theresienstadt (46.000 Juden), Jugoslawien (10.000 Juden), Griechenland (55.000 Juden), Polen (300.000 Juden) und Ungarn (438.000 Juden). (Angaben nach Schneider, Auschwitz, S. 67.)
[2] Der folgende Beitrag folgt im Wesentlich - auch wenn das nicht in jedem einzelnen Punkt nachgewiesen wird den Darstellungen von Schneider, Auschwitz und Rudorff, Auschwitz. Vgl. auch https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Auschwitz, https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Auschwitz-Birkenau und https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Auschwitz_III_Monowitz (6.9.2021).