[1] Das Folgende nach Heimat und Exil, S. 41, Meinen/Meyer, Land, S. 49ff. und Bettinger, Belgien, S. 138.
[2] Im Winter 1938/39, als diese Fluchtbewegung ihr größtes Ausmaß erreichte, herrschte zeitweilig strenger Frost. Einige der Flüchtlinge, die sich im deutsch-belgischen Grenzgebiet verirrten, sollen im Wald erfroren sein. Dennoch gelangten Hunderte zwischen 1938 und 1940 ins Landesinnere Belgiens, obwohl sie mindestens einmal über die Grenze nach Deutschland zurückgeschickt worden waren. Es kam vor, dass die Gendarmerie eine Flüchtlingsgruppe zurückschob und diese eine halbe Stunde darauf an einer anderen Stelle erneut bei dem Versuch des illegalen Grenzübertritts aufgriff. (Vgl. Meinen/Meyer, Land, S. 54).
[3] Vgl. hierzu ausführlich Meinen/Meyer, Land, S. 51ff.
[4] Zu diesem Eindruck kam im Frühjahr 1939 auch Sir Herbert Emerson, der Direktor des Evian-Komitees und Flüchtlings-Hochkommissar des Völkerbunds, der nach einer Inspektionsreise durch Frankreich, Belgien und Holland seine Eindrücke zu Papier brachte. Demnach beobachtete er in Belgien, „dass sich dort zwischen 8.000 und 9.000 erwachsene Flüchtlinge und etwa 500 Kinder aufhalten. Die Zahl der Erwachsenen nimmt ständig zu, denn obwohl die belgische Regierung die Grenze offiziell gesperrt hat, wird kein ernsthafter Versuch unternommen, dies durchzusetzen. (...) Während es also der Regierung immer noch frei steht, diejenigen abzuschieben, welche illegal ins Land gekommen sind, wird sie in unmittelbarer Zukunft von diesem Recht keinen Gebrauch machen, obwohl sie sich dazu gezwungen sehen könnte, falls der Flüchtlingsstrom im derzeitigen Ausmaß anhält. Die Anzahl der illegalen Grenzübertritte nach Belgien beträgt etwa 400 pro Woche, und zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Anzeichen für einen Rückgang.“ (Zitiert nach Meinen/Meyer, Land, S. 51).
[5] Meinen/Meyer, Land, S. 68
[6] Vgl. Meinen/Meyer, Land, S. 76f., wo diese Sammelunterkünfte auch ausführlicher vorgestellt werden.
[7] In Belgien lebten 1940 rund 90.000 Jüdinnen und Juden, von denen höchstens 10 Prozent die belgische Staatsbürgerschaft besaßen. Der Rest waren Emigranten und Flüchtlinge. (Vgl. https://www.welt.de/kultur/history/article111705767/Die-28-Zuege-von-Mechelen-in-die-Vernichtungslager.html (2.9.2021).)
[8] Vgl. Meinen/Meyer, Land, S. 81f., 18 und 88f. sowie Bettinger, Belgien, S. 138. Nach der Kapitulation der belgischen Armee Ende Mai 1940 und der Unterzeichnung des deutsch-französischen Waffenstillstandsvertrages, der u.a. die Auslieferung von inhaftierten Deutschen an die Besatzungsbehörden vorsah, versuchte die belgische Exilregierung ab Juli 1940 wiederholt, jedoch vergeblich, die Freilassung „ihrer“ Internierten - einschließlich der jüdischen Flüchtlinge - durchzusetzen. Aufgrund des Widerstands des NS-Regimes und der mit ihm kollaborierenden französischen Vichy-Regierung blieben diese größtenteils in Frankreich interniert und wurden kaum in die Repatriierung nach Belgien einbezogen. (Vgl. Meinen/Meyer, Land, S. 91).
[9] Meinen/Meyer, Land, S. 88f.
[10] Vgl. Bettinger, Belgien, S. 138ff. und https://www.belgiumwwii.be/de/belgien-im-krieg/artikel/die-judenverfolgung-unter-der-deutschen-besatzung.html (2.9.2021). Das galt - etwa im Gegensatz zu Brüssel und Lüttich - insbesondere für Antwerpen. Der katholische Politiker Leo Delwaide ließ als Anhänger der „Neuen Ordnung“ die deutschen Befehle „ohne Wimpernzucken“ ausführen. So half die kommunale Polizei Antwerpens am 15.8. und 11.9.1942 bei zwei großen Razzien mit. Am 28. und 29.9. führte sie sogar in Eigeninitiative eine große Razzia durch, bei der 1.243 Juden verhaftet und anschließend dem deutschen Sicherheitsdienst überstellt wurden. Die wurden in die Dossin-Kaserne in Mechelen gebracht und von dort nach Auschwitz transportiert.
[11] Vgl. https://www.belgiumwwii.be/de/belgien-im-krieg/artikel/gro-e-razzien.html (2.9.2021).
[12] Eine „Chronologie der Deportationen aus Belgien“ mit allen Daten und Zahlen findet sich unter https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/chronology/viewBelgium.xhtml (2.9.2021).
[13] Bettinger, Belgien, S. 144
[14] Vgl. https://www.welt.de/kultur/history/article111705767/Die-28-Zuege-von-Mechelen-in-die-Vernichtungslager.html (2.9.2021).
[15] Meinen/Meyer, Land, S. 99ff.
[16] Bettinger, Belgien, S. 142