Das Gedenken
Nach Kriegsende blieb das Lager Sobibor zunächst völlig unbeachtet. Es fand weder eine Sicherung des Geländes statt, noch wurde dort, wo sich das Lager befunden hatte, irgendein Gedenkzeichen angebracht.
Es sollte bis Anfang der 1960er-Jahre dauern, bis ein Auftrag für einen Denkmalsentwurf erteilt wurde. Die offizielle Eröffnung der Gedenkstätte erfolgte am 2. Juni 1965, wobei aber nicht das gesamte ehemalige Lagerareal zur Gedenkstätte erklärt wurde. Das hatte schließlich zur Folge, dass 1978 ein Kindergarten mit Spielplatz auf einem Teil des ehemaligen Lagergeländes errichtet werden konnte. In dessen ehemaligem Gebäude wurde zum 50. Jahrestag des Aufstands am 14. Oktober 1993 die erste Dauerausstellung zur Lagergeschichte von Sobibor eröffnet, wobei diese auf das private Engagement des Überlebenden Thomasz Toivi Blatt zurückging, der 1987 in den USA das Holocaust Sites Preservation Committee mitgegründet hatte.
Mit finanzieller Unterstützung durch das deutsche Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V. und der niederländischen Stichting Sobibor konnten ab 1999 das Gebäude renoviert, die Ausstellung neu konzipiert und ein Informationsheft veröffentlicht werden. Auf dem Lagergelände selbst wurde außerdem der mutmaßliche Weg der Opfer zu den Gaskammern als „Allee der Erinnerung“ markiert, die am 14. Oktober 2003, dem 60. Jahrestag des Aufstandes, eröffnet wurde.
Lange Zeit erhielt die Gedenkstätte Sobibor keinerlei finanzielle Unterstützung durch die Bundesrepublik Deutschland. So musste die Gedenkstätte 2011 aufgrund mangelnder Mittel kurzzeitig geschlossen werden. 2012 wechselte deren Trägerschaft dann von der Gemeinde auf das Staatliche Muzeum Majdanek in Lublin. Dennoch bleibt die Finanzierung weiterhin ein Problem.
2014 konnte das Gelände der Gedenkstätte auf 25 Hektar erweitert und dadurch die ehemalige Eisenbahnrampe integriert werden. Die ehemalige Kommandantur des Vernichtungslagers, das so genannte „Grüne Haus“, konnte hingegen nicht in das Neugestaltungskonzept aufgenommen werden. Im Frühjahr 2015 wurde begonnen, das Gelände umzugestalten. Das neue Konzept sieht vor, dass die Besucherinnen und Besucher sich künftig auf einen Rundgang durch das Gelände begeben. Beginnend mit einem Besuch des Museums gehen sie anschließend auf dem Weg entlang der „Himmelfahrtstraße“ zu dem Ort, an dem sich die Gaskammern befunden haben. Dort können sie einen Blick auf das Feld der Massengräber werfen.
Es dauerte bis 2018, bis die Gedenkstätte Sobibor eine Unterstützung von einer Million € von der Bundesrepublik erhielt.[1] Im Oktober 2020 konnte zum 77. Jahrestag des Aufstands von Sobibór schließ0lich und endlich das neue Museum der Gedenkstätte eröffnet werden.[2]
Fußnoten
[1] Vgl. https://www.dw.com/de/berlin-unterst%C3%BCtzt-die-holocaust-gedenkst%C3%A4tte-in-sobibor/a-46817520 (26.5.2021)
[2] Vgl. https://www.deutschlandfunkkultur.de/spaetes-erinnern-vernichtungslager-sobibor-bekommt-endlich.976.de.html?dram:article_id=485771 (26.5.2021)