Die Opfer
Die ersten Todesopfer waren im Lager Sobibor bereits vor dessen Inbetriebnahme zu verzeichnen. Mitte April 1942 wurden etwa 250 Juden aus einem nahegelegenen Arbeitslager nach dort verlegt, um in den gerade errichteten ersten drei Gaskammern „Probevergasungen“ vorzunehmen. Zu einer weiteren derartigen „Schau“-Ermordung kam es anlässlich eines Besuchs von Heinrich Himmler am 12. Februar 1943. Da zu diesem Zeitpunkt kein Transportzug erwartet wurde, schaffte man kurzerhand 100 Frauen aus Lublin nach Sobibor, um dem SS-Führer den Vernichtungsvorgang demonstrieren zu können.
Von Anfang Mai bis Ende Juli 1942 wurden dann bis zu 90.000 Jüdinnen und Juden in Sobibor „fabrikmäßig“ ermordet, bis der Massenmord aufgrund von Gleisbaureparaturen auf der eingleisigen Bahnstrecke zum Lager unterbrochen werden musste. Als ab Oktober des Jahres wieder Deportationszüge in Sobibor eintrafen, konnte man die Morde mit der zwischenzeitlich verdoppelten Kapazität der Gaskammern wieder aufnehmen.
Größtenteils handelte es sich bei den Opfern um polnische Juden, die im Rahmen der „Aktion Reinhardt“ in den Gaskammern von Sobibor ermordet wurden. Später waren es dann auch Niederländer, Deutsche, Franzosen, Tschechen, Slowaken und sowjetische Staatsangehörige, die hier ermordet wurden.
Wie viele Menschen in diesem Lager letztlich ihr Leben verloren, lässt sich aufgrund der Vernichtung sämtlicher Unterlagen nicht annähernd genau bestimmen. Die Gesamtzahl der Ermordeten wird auf 150.000 bis 250.000 geschätzt. wobei ein Schätzwert um 180.000 als realistisch erachtet wird.[1]
Fußnoten
[1] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Vernichtungslager_Sobibor (25.05.2021)