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Die Ermordung

Die Deportationszüge hielten zunächst an der Bahnstation in Sobibór. Von dort konnten dann jeweils 18 bis 20 Waggons gleichzeitig ins Lager gefahren werden. Aufgrund dieser Einschränkung fiel die Transportdichte nach Sobibor geringer aus als jene nach Treblinka und Belzec, denn die einzelnen Deportationszüge umfassten selten mehr als 20 Waggons mit 2.000 bis 2.500 Menschen.

An der Rampe im Lagerinneren angekommen, wurden die Deportierten aus den Waggons ins Lager II getrieben, wo sie sich im Freien entkleiden und ihre Wertsachen an einer „Kasse“ abgeben mussten. Das gesamte Gepäck der Opfer wurde in Magazine transportiert, wo es von jüdischen Häftlingen durchsucht, sortiert und nach Anweisung der SS zur weiteren Verwertung vorbereitet wurde. Schriftstücke und persönliche Dokumente der Opfer wurden umgehend verbrannt.

Alte, Kranke und Gebrechliche, die nicht mehr selbstständig laufen konnten, sowie Kindern ohne Begleitung wurden unter dem Vorwand, dass sie in ein „Lazarett“ kämen, mit Fuhrwerken direkt zu den Massengräbern im Lager III oder zu einer eigens hierfür vorgesehenen Grube im Wald gebracht, wo sie direkt erschossen wurden.

Die übrigen Deportierten wurden nach dem Entkleiden von Trawniki-Männern und unter Aufsicht von SS-Männern durch den „Schlauch“ zu den Gaskammern getrieben. Das geschah zumeist nach Geschlechtern getrennt, wobei die Kinder mit den Frauen gingen.

Bis zum Ausbau des Lagers und deren Verdopplung verfügte Sobibor über drei Gaskammern mit einer quadratischen Grundfläche von jeweils 16 Quadratmetern. Jede von ihnen war durch eine eigene Tür von außen zugänglich. Auf der Rückseite jeder Kammer befand sich ebenfalls eine Tür, durch die die Leichen herausgezogen wurden. Bis zu 200 Menschen wurden bei einem Tötungsvorgang in jede der drei Kammern gesperrt. Nachdem der im Nebengebäude stehende Motor gestartet worden war, dauerte es 20 bis 30 Minuten, bis die Opfer an den Abgasen erstickt waren. Danach mussten jüdische Gefangene die Leichen zu den Massengräbern transportieren. Im Zuge des Lagerausbaus scheint hierzu später eine Bahn mit Loren angelegt worden zu sein.

Da es jedoch nicht einen Überlebenden aus diesem Lagerbereich gab, wird es nie möglich sein, die Geschehnisse bei diesen Massenmorden genauer zu rekonstruieren.

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