Die Einrichtung des Lagers
Anfang 1942 reisten zwei SS-Offiziere der SS-Zentralbauleitung in Zamość per Bahn nach Sobibór, um dort das Gelände rund um den Bahnhof zu begutachten und anschließend zu vermessen. Daraufhin wurde der Baubeginn für das zweite im Rahmen der „Aktion Reinhard“ errichtete Vernichtungslager auf Anfang März 1942festgelegt - und damit auf einen Zeitpunkt, als in Belzec der Massenmord in den Gaskammern bereits begann.
Am Anfang der Bauarbeiten stand die Einzäunung eines 400 x 600 Meter großen Geländes. Anschließend daran mussten von zehn Trawniki-Männern bewachte jüdische Zwangsarbeiter aus dem etwa zehn Kilometer entfernten Dorf Włodawa erste Bauten errichten. Sie wurden nach Ende der Arbeiten erschossen. Als sich die Bauarbeiten bereits Anfang April 1942 verzögerten, ernannte der SS- und Polizeiführer des Distrikts Lublin, Odilo Globocnik, mit Franz Stangl einen neuen Lagerkommandanten, der den Posten am 28. April 1942 antrat.
Unterstützung erfuhr Stangl dabei zunächst von Christian Wirth, der kurz zuvor als Lagerkommandant das Vernichtungslager Belzec aufgebaut hatte. Er wies Stangl in die Abläufe des Massenmords in Belzec ein und begleitete ihn anschließend für einige Tage nach Sobibor. Der Bau des Lagers Sobibor zog sich zwar trotz dieser Unterstützung noch über Monate hin, doch konnte, weil die Gaskammern bereits in der Anfangsphase errichtet worden waren, mit dem Massenmord bereits im Mai 1942 begonnen werden.