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Glockengasse 2: Café und Restaurant Silberbach

Das Café hatte seine Räumlichkeiten im erst 1933/34 errichteten Haus Glockengasse 2. Hier eröffnete der jüdische Kaufmann Leo Silberbach um 1936 eine Gaststätte. Das Café Silberbach zählte danach zu den wenigen für Juden noch öffentlich zugänglichen Lokalen.

Ab 1937/38 gab es dann offenbar - auch und gerade in Köln - regelrechte Netzwerke mit festen Kontaktadressen und -personen, die illegale Grenzübertritte organisierten, sich heute aber wegen des totalen Mangels an Quellen nicht mehr konkret nachweisen lassen. Nach Berichten von Zeitzeugen war es insbesondere Café-Restaurant „Silberbach“, in dem solche Kontakte zur Organisation einer Flucht über die Grenze nach Belgien angebahnt und Namen und Adressen potenzieller Helfer ebenso wie der Preis für den illegalen Grenzübergang nach Belgien in Erfahrung gebracht werden wurden. Das geschah anfangs sogar noch mit Wissen der Gestapo, die so eine schnelle Auswanderung von Juden fördern wollte.

Während des Pogroms wurde die Gaststätte dann im November 1938 verwüstet, die Tische und Stühle mit Äxten zerhackt. Das Schicksal des Inhabers Leo Silberbach liegt noch immer im Dunkeln.[1]

Fußnoten

[1] Becker-Jákli, jüdisches Köln, S. 96 und Arntz, Judenverfolgung, S. 508 und 528ff.

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