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Ereignisse
1934
Juni

Katholischer Jugendprotest gegen Gleichschaltungsversuche

Die Gestapo beobachtet am 24. Juni 1934 eine Prozession der St. Johannis-Pfarre in Essen-Altenessen und hält mit Blick auf die teilnehmende Sturmschar in einem Ermittlungsbericht Folgendes fest.

„Nach Schluss der Prozession wurden die teilgenommenen Sturmschärler - etwa 200 - auf Anweisung von Kaplan Pr. aus Altenessen unter Führung von M. und Sturmscharführer Bernhard K. (...) geschlossen von der Johanniskirche etwa 240 Meter weiter westlich auf die Johanniskirchstr. geführt und dort aufgelöst. Von dort ist dann K. mit seinen Sturmschärlern von der Herz-Jesu-Pfarre, etwa 60 Jungen, wieder geschlossen in Richtung der Kirche abmarschiert. Auf beiden Wegen ist gesungen worden. Unter anderem wurde der Refrain gesungen: ‚Jungschar gib acht, dass man dich nicht zur Staatsjugend macht.'"

80 Meter von der Kirche entfernt wird die Gruppe der Sturmschärler dann von der Polizei aufgelöst. Sturmscharführer Bernd K. argumentiert im anschließenden Ermittlungsverfahren vor Gestapo damit, dass der Rückweg zur Kirche einen Teil der Prozession dargestellt habe und somit erlaubt gewesen sei: „Diese Jungs können bezeugen, dass ich mit ihnen zur Kirche ziehen wollte, um an dem letzten Segen teilzunehmen. Ich bin der Ansicht, dass dieser Weg zur Kirche noch mit zur Prozession gehört. Eine strafbare Handlung kann ich auch jetzt noch nicht einsehen."

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