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Jiddisch

Jiddisch

Jiddisch ist die Alltagssprache der nicht assimilierten aschkenasischen Juden und zugleich "eine Sprache ohne Land", die überall auf der Welt gesprochen wird. Es ist die wichtigste Volkssprache der in Mittel- und Osteuropa beheimateten oder von dort stammenden Juden.

Jiddisch entstand zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert im Südwesten Deutschlands, wobei dem Deutschen hebräische Wörter hinzugefügt wurden. Aus der vordeutschen Periode blieben außerdem romanische Elemente erhalten.

Als ein Großteil der europäischen Juden dann ins vorwiegend slawischsprachige östliche Europa übersiedelte, machte sich ein slawischer Einfluss immer stärker bemerkbar. Infolge der Auswanderungswellen nach Übersee und der Vertreibung der Juden aus Europa während der NS-Zeit gingen auch Elemente aus Sprachen der neuen Heimatländer ins Jiddische ein, z.B. amerikanisches Englisch oder lateinamerikanisches Spanisch.

Weltweit sprechen heute noch rund drei Millionen Menschen Jiddisch, das mit hebräischen Schriftzeichengeschrieben wird; vor dem Holocaust waren es um die neun Millionen, die vor allem aus Ost- und Mitteleuropa stammten.

Als offiziell anerkannte Minderheitensprache zählt jiddisch heute in den Ländern Moldawien und Schweden.

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