Izbica
Die große Mehrheit der Ende 1941 noch auf dem Gebiet des Deutschen Reichs lebenden Jüdinnen und Juden wurde 1942 „nach Osten“ deportiert und ermordet. Auch aus dem "Protektorat", der Slowakei und Luxemburg wurden weite Teile der jüdischen Bevölkerung in die Gettos und Lager im besetzten Polen verschleppt.Ein Hauptziel war der Distrikt Lublin im Generalgouvernement, wo die Deportierten nicht sofort getötet, sondern auf Durchgangsgettos verteilt wurden.
Das größte dieser Gettos befand sich von 1941 bis 1943 in Izbica.In ihm wurden jene Menschen zusammengepfercht, die später vor allem im Vernichtungslager Belzec ermordet wurden.
Die ersten Deportationszüge erreichten Izbica im März 1942. Sie kamen aus Theresienstadt, Koblenz und Nürnberg. Izbica war damit völlig überfüllt. Aufgrund der schlechten Wohnsituation brach Typhus aus.
Am 24. März 1942, wahrscheinlich einen Tag bevor der Nürnberger Transport mit 1000 Personen eintraf, fand in Izbica die erste große "Aussiedlung" statt. Über 2.200 Menschen wurden auf dem Marktplatz zusammengetrieben, zum Bahnhof geführt und in Waggons verladen. Ihr Ziel war das Vernichtungslager Belzec, das in diesem Monat in Betrieb genommen worden war.