Joint ( American Jewish Joint Distribution Committee)
Das American Jewish Joint Distribution Committee (JDC), kurz „Joint“ genannt, ist eine seit 1914 vor allem in Europa tätige Hilfsorganisation US-amerikanischer Juden mit Sitz in New York, die ursprünglich zur Unterstützung jüdischer Opfer des Ersten Weltkriegs ins Leben gerufen worden war. Neben ihrem Hauptsitz unterhielt das „Joint“ weltweit zahlreiche Niederlassungen. Dabei kümmerte es sich vorrangig um die jüdischen Verfolgten im Deutschen Reich, indem es Spenden amerikanischer Gemeinden und andere Hilfsgelder z.B. an die Reichsvereinigung der Juden weitergab. Außerdem half das JDC über seine Büros in zahlreichen europäischen Ländern bei der Organisation der Emigration und übernahm Reise- und Visakosten. Die Organisation half aber ebenso Bedürftigen in Polen und der Ukraine und erweiterte nach Beginn des Krieges 1939 ihren Aufgabenbereich und versuchte künftig, die in alle Regionen der Welt Geflüchteten zu unterstützen.
Während der NS-Zeit versuchte das „Joint“ die wirtschaftliche Not der deutschen Jüdinnen und Juden mittelbar durch Zuwendungen an jüdische Einrichtungen zu lindern. Außerdem unterstützte es die Emigration aus Deutschland. So zahlte die Wohlfahrtsorganisation zwischen 1934 und 1937 aus Spendengeldern rund 4,6 Millionen Dollar an den Zentralausschuss der deutschen Juden. Weitere 2,3 Millionen Dollar kamen jüdischen Gemeinden in Osteuropa zugute. Dieser Teil der Arbeit nahm nach den Novemberpogromen 1938 stark an Umfang zu: Immer mehr jüdische Deutsche wollten das Land verlassen.
1940 übernahm der Rabbiner Joseph J. Schwartz das Amt des europäischen Direktors des JDC, dessen Hilfsbemühungen nicht selten über die Grenze der Legalität hinausgingen; so finanzierte das Komitee etwa auch falsche Papiere. Das „Joint“ sorgte nicht nur dafür, dass jüdische Flüchtlinge, die Lissabon mit gültigen Reisepapieren erreichten, von dort aus tatsächlich per Schiff weiterreisen konnten, sondern er unterstützte darüber hinaus auch Insassen französischer Internierungslager sowie französische Krankenhäuser, Waisenheime und Suppenküchen. Auch in das Ghetto Theresienstadt, nach Polen und in andere deutscherseits besetzte Gebiete wurden Lebensmittelpakete und Geld verschickt. Diese Aktionen wurden dann jedoch ab Dezember 1941 durch den Kriegseintritt der USA erschwert, da das JDC seit diesem Zeitpunkt keine Büros mehr in feindlichen Ländern unterhalten durfte. Mit Hilfe des in der Schweiz ansässigen JDC-Mitarbeiters Saly Mayer gelang es jedoch weiterhin, Finanzmittel in Osteuropa zu verteilen und damit zahleiche Hilfsaktionen zu unterstützen.
Nach Kriegsende wurde das Komitee zur Zentralorganisation aller jüdischen Wohlfahrtsverbände und damit auch zur wichtigsten Hilfsorganisation für die überlebenden jüdischen Displaced Persons in Deutschland, Italien und in den osteuropäischen Staaten. Nach der Gründung Israels organisierte das „Joint“ auch die dorthin gehenden Einwanderertransporte.
Es war am 26. Oktober 1951 auch in der Claims Conference in New York vertreten, in deren Rahmen 22 Organisationen die Ansprüche jüdischer Opfer sowie jene Israels vertraten.