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Ereignisse
1934
Mai

Kölner ND-Führer tritt zurück

Am 2. Mai 1934 zog der Kölner ND-Führer Burscheid die Konsequenzen aus einer sich – gerade nach der „Erzieherkonferenz“ der Hitlerjugend - verschärfenden Konfliktsituation. Er schrieb an Kardinal Schulte:

„Mit dem heutigen Tage bitte ich Eure Eminenz, mich von dem Amt des geistlichen Leiters der Neudeutschen des Hartmann-Gaues, das Sie mir am 5. Dez. 1931 übertragen haben, gütigst entbinden zu wollen. Folgende, rein seelsorgliche Gründe veranlassen mich zu diesem Schritt: Durch die Hetze, welche gegen die konfessionellen Jugendbünde getrieben worden ist, wird dem hauptamtlichen Religionslehrer eine exponierte Stellung in Neudeutschland unmöglich gemacht. Es wird dadurch dem Religionslehrer der seelische Zugang zu den katholischen Mitgliedern der Hitlerjugend außerordentlich erschwert. Ich habe auch die Erfahrung machen müssen, dass Eltern dieser Schüler mir deshalb misstrauisch gegenübertraten.

Diese Gründe haben nach reiflicher Überlegung und mancher Unterredung mit Confratres zu obiger Bitte geführt. Als Nachfolger kommen meines Erachtens nur solche Herren in Frage, die nicht dem direkten Arm des Staates unterstehen. Wenn ich Eminenz einen Vorschlag machen darf, so bitte ich, das Amt des geistlichen Leiters des Neudeutschen von Hartmann-Gaues, Herrn P. Vorspel S.J. zu übertragen. Ich habe mit ihm in den Jahren vertrauensvoll zusammengearbeitet, und er hat ohnehin einen Hauptteil der Arbeit übernehmen müssen.“

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