Lagebericht des Bonner Oberbürgermeisters
Im Lagebericht des Bonner Oberbürgermeister an den Kölner Regierungspräsidenten vom 29. Januar 1934 heißt es:
„Bei den früheren Zentrumsangehörigen und bei der kath. Geistlichkeit hat sich die Stimmung in der Berichtszeit wesentlich verschlechtert. Dieses ist darauf zurückzuführen, weil der Klerus der katholischen Kirche versucht hatte, die Katholiken gegen die von der jetzigen Regierung erlassenen Gesetze (Sterilisierungsgesetz) Stellung zu nehmen. Fortwährend wird von der Geistlichkeit versucht, die katholische Weltanschauung mit der nat.soz. Weltanschauung in Widerspruch zu bringen. Das in meinem letzten Lageberichte angeführte Urteil über die Stimmung einzelner katholischer Geistlicher, die Führer von katholischen Verbänden sind, hat sich in der Berichtszeit bestätigt. Ich kann es nur wiederholen, dass die ungünstige Stimmung dieser Geistlichen auf eine mangelhafte Auffassung der nationalsozialistischen Weltanschauung zurückzuführen ist.“
Zum Verhältnis HJ und katholische Jugendverbände wird hinzugefügt, dass zwischen diesen "ein gespanntes Verhältnis" bestehe, "welches des öfteren zu Auseinandersetzungen führt". Dies liege vor allem an einzelnen Geistlichen: "Es scheint, dass einige katholische Geistliche die Tätigkeit der Jugenderziehung nicht ausschließlich der Hitlerjugend überlassen wollen.“