HJ aus Neuhaus wirft Kirche Gegenarbeit vor
Vikar Leo Allerbeck aus Neuhaus (heute ein Stadtteil von Paderborn) verwahrt sich in einem Schreiben vom 31. Oktober 1934 gegen den Vorwurf des örtlichen Jungvolks, der katholische Jungmännerverein habe absichtsvoll einen „Familienabend“ auf dasselbe Datum gelegt, an dem das Jungvolk einen Elternabend abhalten wollte, um diesen zu „zum Scheitern zu bringen“. Den Vorwurf hatte das Jungvolk in der Einladung zu dem Elternabend erhoben und im „Filter“ (vermutlich einem regionalen Mitteilungsblatt des Jungvolks) veröffentlicht.
Demgegenüber weist Allerbeck als Präses des Jungmännervereins nach, dass der Termin für den Familienabend schon viel länger festgestanden habe und deshalb bereits vor zwei Monaten ein Saal angemietet worden sei. Dies sei dem Jungvolk auch spätestens zu dem Zeitpunkt bekannt gewesen, als es selbst versucht habe, diesen Saal für seine Zwecke zu erhalten. Nachdem der Absage habe das Jungvolk nicht den Termin für seine Veranstaltung geändert, sondern sich stattdessen um einen anderen Saal bemüht.
Daraus, so Allerbeck, ergebe sich klar, „dass der katholische Jungmännerverein niemals die Absicht gehabt haben kann, durch seinen schon lange für den 28. Oktober geplanten Familienabend den Elternabend des Deutschen Jungvolks ‚zum Scheitern zu bringen‘“. Er, Allerbeck, lege vielmehr „auf freundschaftliche Zusammenarbeit mit allen Vertretern und Organisationen, vor allem mit unseren jungen deutschen Brüdern, den größten Wert“. Das sei für einen Priester eine „Selbstverständlichkeit“. Er hoffe, mit dieser Erklärung alle Missverständnisse beseitigt zu haben.