Einführung einer „Stunde der Nation“
Die im Jahresrhythmus wiederkehrenden Gedenktage boten in den Augen des NS-Regimes noch keine hinreichende Gewähr, dass die Schulen im Sinne seiner Ideologie des Dritten Reiches ausreichend beeinflusst wurden. Im Januar 1934 wurde daher die „Stunde der Nation“ eingeführt. Die erste und die letzte Schulstunde jeder Woche hatten von nun an in besonderer Weise der „Heranbildung der Schüler(-innen) zu verantwortungsbewussten Bürgern (-innen) des nationalsozialistischen Staates“ zu dienen. In der inhaltlichen Ausgestaltung hieß das, eine „lebensvolle Betrachtung der wichtigsten Tagesereignisse“ vorzunehmen, eine „Würdigung großer deutscher Führer der Gegenwart und Vergangenheit, die den Trieb zur Nacheiferung lebendig werden lässt“, zu betreiben oder „bei passender Gelegenheit Rückblicke und Erinnerungen an lebensvolle Gedenktage und Ereignisse aus der Geschichte des deutschen Volkes“ wachzurufen. Didaktischer Kern solcher „Stunden der Nation“ waren Führer und Volkstum: „Besonderer Wert ist auf die Stärkung des Führergedankens, des deutschen Heldentums und der Volksverbundenheit zu legen.“ Die für die „Stunde der Nation“ benötigten beiden Wochenstunden wurden dem Religionsunterricht abgezogen.