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Ereignisse
1934
Mai

Zeltlager katholischer Jugend aus Paderborn angeblich gesetzwidrig

Zu Pfingsten 1934 hält eine Gruppe der katholischen Jugend aus Paderborn und Werk (Kreis Soest) auf dem Grundstück des ehrenamtlich im katholischen Jünglingsvereins tätigen Landwirtes Brechmann in Hövelhof ein Zeltlager ab. Das Lager wird von dem örtlichen Gendarmerie-Oberwachtmeider, Bodden, beobachtet und am 25. Mai 1934 an den Gendarmerie-Posten Stukenbrock gemeldet, in der Annahme, dass die Jugendlichen damit „gesetzlichen Bestimmungen zuwidergehandelt“ haben.

Gendarmerie-Wachtmeister Mühlmeyer vom Gendarmerie-Posten Stukenbrock untersucht die Sache daraufhin näher und verfasst am 27. Mai einen Bericht an die Ortspolizeibehörde in Neuhaus, die auch dem Landrat in Paderborn vorgelegt wird. In diesem Bericht gibt er an, dass an dem Lager Knaben und junge Männer, vermutlich Jung- oder Sturmschärler aus Paderborn sowie Jungmänner aus Werk, teilgenommen haben und dort – in angeblicher Übertretung des bestehenden Uniformverbots – teilweise mit einem „blauen Kittel, schwarzer dunkler Hose ausgerüstet“ gewesen sind. Zudem sei der Zu- und Abmarsch geschlossen vorgenommen worden (und damit angeblich gegen das Verbot des geschlossenen Auftretens in der Öffentlichkeit verstoßen worden sein).

Vikar Westerbarkey habe die Jungmänner besonders in der Kirche begrüßt und in der Predigt „einige Sätze über ihr Tun und Treiben“ geäußert. Eine teilweise Wiedergabe der Predigt liege schon bei der OPB [Oberste Polizeibehörde?].

Am 30. Mai 1934 erfolgt aus dem Amt Neuhaus noch der Hinweis an den Landrat in Paderborn, dass für das Lager im Bekanntmachungskasten des Jungmännervereins in Neuhaus geworben worden sei. Eine Anmeldung des Lagers habe nicht stattgefunden, weshalb von der Angelegenheit Meldung gemacht werde.

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